Einweihung in Stolberg: Begeisterung über das neue Gesundheitsamt der Städteregion

Einweihung in Stolberg : Begeisterung über das neue Gesundheitsamt der Städteregion

Der Neubau des Gesundheitsamtes der Städteregion hinter den alten Fassaden an der Rathausstraße wurde am Donnerstag eingeweiht. Er bedeutete die Rückkehr in die Kupferstadt nach 21 Jahren. Ein großer Vorteil des neuen Standortes ist die zentrale Lage.

Schön, groß, hell, endlich ein eigenes Büro...“ Beim Rundgang durch die neue Nebenstelle des Gesundheitsamtes der Städteregion zeigen die Mitarbeiter ihren Kollegen anderer Dienststellen begeistert voller Stolz ihr neues Domizil an der Stolberger  Rathausstraße. Der Umbau des früheren Geschäftshauses war eigens auf den Bedarf von Sozialpsychiatrischem Dienst, Kinder- und Jugendärztlichem  Dienst sowie dem Selbsthilfebüro abgestimmt worden. Mitte Juli waren die Mitarbeiter eingezogen.

Am Donnerstag wurde mit der offiziellen Eröffnung  – fast auf den Tag genau, als vor 21 Jahren das Gesundheitsamt nach Eschweiler verlegt worden war – die Rückkehr nach Stolberg gewürdigt. Auch durch den Städteregionsrat, der vernommen hatte, dass die Belegschaft anfangs wenig begeistert gewesen sei von der Veränderung. „Das hat sich allerdings nach einem Termin vor Ort geändert, als sie alle gesehen haben, wie gut hier die Anforderungen an ein modernes Gesundheitsamt umgesetzt worden sind“, sagte Tim Grüttemeier: „Wer einmal nach Stolberg kommt, will nicht mehr woanders hin!“

Wer nach Stolberg kommt...

Immerhin war Grüttemeier als Stolberger Bürgermeister in die Rückkehr der Nebenstelle involviert, als die Städteregion 2017 ihre Einrichtung bürgernäher aufstellen wollte. Heute ist die Dienststelle mitten in der Städteregion verkehrsgünstig gelegen und gut mit Bus und Bahn erschlossen. Grüttemeiers Dank galt auch den Geschwistern Erna und Hermann Leufgens, die mit Geduld für ihre Immobilie den passenden Partner gesucht hatten, der zusätzliche Frequenz in die Innenstadt bringt und eine ideale Ergänzung zum schräge gegenüberliegenden Familienbüro darstellt.

Für die beiden Geschäftsleute war die Einweihung auch ein besonderes persönliches Ereignis: Auf den Tag genau vor 43 Jahren wurde Hermann Leufgens Tochter Tina geboren und der damals sanierte und erweiterte Buch- und Schreibwarenladen eingeweiht, der das Angebot der Druckerei erweiterte.

Dort, wo einst Druckmaschinen standen und der Zeitungsverlag mit Agentur, Anzeigenabteilung und Redaktionen residierte, wurde durch komplette Entkernung des Altbaus und den funktionsgerechten Neubau, der dank zweier Aufzüge barrierefrei ist, „sind attraktive Arbeitsplätze für bürgernahe Dienstleistungen geschaffen worden“; so Grüttemeier weiter. So gebe es jetzt zwei Veranstaltungsräume mit aktueller Technik, die insbesondere das Selbsthilfebüro für die vielen Selbsthilfegruppen benötigen.

Einschulungsuntersuchungen, Schwangeren- und Mütterberatung, Prävention und die sozialpsychiatrische Betreuung Erkrankter und ihrer Angehörigen sind weitere Themenfelder, die Dr. Monika Gube als medizinische und Heinz Müller als Verwaltungsleiter mit ihrem Team bearbeiten.

„Der Sozialpsychiatrische Dienst ist ein Feld, das immer wichtiger wird“, markierte Grüttemeier: „Nicht umsonst spricht man mittlerweile von der ,Volkskrankheit Depression’ – um nur einen Bereich zu nennen.“

Das spiegelt sich auch in der Dimension der neuen Nebenstelle wider, die vom ersten Beschluss bis zur Eröffnung innerhalb von zwei Jahren realisiert wurde. „

Viel Platz und klimafreundlich

„Wir sprechen von 1240 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, 33,5 Tonnen Stahl wurden verbaut, 7200 Meter Kabel und Leitungen sowie  2200 Meter Datenleitungen verlegt und 115 Datenabschlüssen geschaffen“, sagt Sander Lutterbach als Leiter der Immobilienabteilung der Städteregion und verweist auf das Thema Klimaschutz: Die Heizung wird durch erneuerbare Energie mittels Luftwärmepumpe betrieben, eine Brennwert-Therme ist eingebaut und wenn alle Lampen brennen, werde dank LED-Technik nur 5 kw benötigt.

Das ist ein Aspekt, den Bürgermeister Patrick Haas ebenso würddigte wie er sich über die Rückkehr des Gesundheitsamtes nach Stolberg mitten in den Stadtkern freute. Denn in der Kupferstadt liegen die historischen Wurzeln dieses medizinischen Versorgungsangebotes.

Die Anfänge lagen Mitte der 1920er Jahre an der Eichsfeldstraße, wo zunächst ein städtisches Gesundheitsamt entstand, das seit Mitte der 30er Jahre eine Einrichtung des Kreises wurde.

Wenige Häuser weiter entstand in den 1950er Jahren an der Ecke zum „Hang“ das Gebäude, das nahezu fünf Jahrzehnte das Gesundheitsamt beherbergen sollte. Erst am 1. September 1998 wurde es gemeinsam mit Erziehungsberatungsstelle und Schulpsychologische Beratungsstelle an die Eschweiler Steinstraße verlegt.

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