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Stolberg: Bald sauberes Wasser im Saubach?

Stolberg : Bald sauberes Wasser im Saubach?

Am Dienstag bestätigte der Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) Informationen unserer Zeitung, dass eine Lösung zur Behandlung der Sickerwässer aus den Vegla-Poldern in Atsch in greifbare Nähe gerückt ist, nachdem alle Beteiligten bislang davon ausgingen, dass sie erst zum Ende dieses Jahrzehnts greifen werde.

Die Sickerwässer tragen die huminhaltigen Auswaschungen der Polder in den Saubach, der damit die Inde braun färbt. „Wir sind in der Lage, die Sickerwässer aus den Poldern in der Stolberger Kläranlage zu reinigen”, sagte Dr. Firk. Eine Membrantechnik könne zeitnah eingesetzt werden.

„Ohne große Investitionskosten”

Im Düsseldorfer Umweltministerium stellte der WVER gemeinsam mit der RWTH Aachen, die einen Großversuch zur Reinigung der Abwässer betreut, Kreis Aachen, Stadt Stolberg sowie der Saint Gobain Glass als Eigentümerin der Polder die Möglichkeiten vor, die zur Behandlung geeignet sind. „Wir haben ein Verfahren vorgeschlagen, das in absehbarer Zeit ohne große Investitionskosten umgesetzt werden kann”, so Dr. Firk weiter.

Voraussetzung sei, das der Kreis Aachen - wegen der relativ geringen Menge die zuständige Behörde - die Einleitung der Abwässer aus den Poldern untersage und der Verursacher eine rund zwei Kilometer lange Leitung von den Poldern bis zur Kläranlage baue. „Der Kreis schafft derzeit klare Verhältnisse mit dem Verursacher”, so Firk weiter, der die Kosten tragen müsse.

Gesonderte Reinigung

„Ergebnis des Großversuches ist, dass die Sickerwässer nicht gemeinsam mit dem übrigen Abwasser, sondern gesondert gereinigt werden müssen”, erklärt der WVER-Vorstand. Am Fuße der Polder werden derzeit bereits die Sickerwässer gefasst, dann aber in das normale Kanalnetz eingeleitet. „Diese Methode hat aber zu Schwierigkeiten beim Betrieb der Kläranlage geführt”, verweist Dr. Firk auf die Möglichkeit eines chemisch-physikalischen Verfahrens, mit dem die Sickerwässer entweder direkt vor Ort oder besser in der Kläranlage vorbehandelt und gereinigt werden und dann in den normalen Klärprozess eingeleitet werden.

Leitung mit 50 Milimeter Durchmesser

„Das ist mit relativ geringen Kosten und minimalen baulichen Maßnahmen machbar.” Eine Leitung mit 50mm Durchmesser müsste ausreichend sein, um die täglich anfallenden 60 Kubikmeter Sickerwässer zu transportieren. Dort, wo der normale Abwasserkanal ausreichend dimensioniert sei, könne diese Leitung in dem Kanal, wo er zu klein ist, müsse sie außerhalb verlegt werden.

Der WVER kann auch zwei Alternativen zu der Kanalisierung vorweisen: Ein Transport mit Tanklastwagen, die allerdings vier Mal täglich zwischen den Poldern und der Steinfurt pendeln müssten, was sich nicht rechnet. Oder aber eine Verbrennung der Sickerwässer in der MVA Weisweiler.

Kühlung in der MVA

Aufgrund der durch die Verbrennung von Kunststoffen entstehenden Temperaturen könne das belastete Wasser in den Öfen der MVA zur Kühlung eingesetzt werden. „Diese Variante könnte sogar kurzfristig realisiert werden”, zumal sowohl an den Poldern wie auch an der MVA ein Gleisanschluss vorhanden ist. „Allerdings sollte dies sowohl aus finanziellen Gründen wie auch im Sinne einer geordneten Abwasser-Entsorgung nur eine Interimslösung sein”, macht Dr. Wolfgang Firk deutlich.