Bald neuer Wohnraum in der Buschmühle

Aachener nach Stolberg locken: Bald neuer Wohnraum in der Buschmühle

Ein wenig rauschen noch die Verkehrsströme von Eilendorf nach Münsterbusch an der Buschmühle vorbei – doch das soll nicht so bleiben. Zusammen mit einer Gruppe von Investoren hat der Aachener Projektentwickler Horst König damit begonnen, aus der ehemaligen Tuchfabrik einen Ort des Wohnens und Lebens für alle zu machen, die sich hier einkaufen wollen.

Denn im Gebäude einer ehemaligen Tuchfabrik geht es um Eigentum, nicht um Mietverhältnisse. Dass sie mit diesem ehrgeizigen Bauvorhaben schon gehörig weit sind, haben die Beteiligten jetzt mit einem kleinen, feinen Fest im ehemaligen Kesselhaus gefeiert.

Das Gebäude, das so modern daherkommt und doch so alt ist wie der Rest, funktioniert als so etwas wie der Showroom der gelifteten Buschmühle – Kostenvolumen insgesamt: rund sieben Millionen Euro nach offiziellen Angaben. Ein Badezimmer und andere Einrichtungselemente bieten hier für Interessenten einen Vorgeschmack auf die künftige Wohnsituation.

Das frühere Kesselhaus dient derzeit als Showroom, um später wieder zu einem privaten Lebensbereich zu werden. Foto: Christoph Hahn

Sobald dieser Zustand erreicht ist, hat es das Kesselhaus, wie Horst König erklärt, in gewisser Weise hinter sich. Dann nämlich verliert der Showroom seinen quasi öffentlichen Charakter und wird wieder zum privaten Lebensbereich, in dem Elemente wie zum Beispiel die Kranschiene an der Decke die industrielle Vergangenheit des dann wieder privat gewordenen Raumes belegen sollen.

Die Fertigstellung des Hauptgebäudes ist für Februar 2019 vorgesehen. Zurzeit ist der Investor mit dem Innenausbau und der Fertigstellung der Penthouse-Wohnungen beschäftigt. Das Gesamtvolumen des Projekts (laut Horst König) für Ankauf und Sanierung des Haupthauses durch mehrere Investoren beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro.

Horst König hatte die Industriebrache erworben, um sie zu neuem Leben zu erwecken. Foto: Ottmar Hansen

Ganz reibungslos verlief der Umbau der Fabrik zu einem Wohnkomplex wohl nicht: „Da haben wir manche Überraschung erlebt“, lässt Developer König durchblicken. Und es wird wohl noch eine nach der anderen Überraschung geben, denn die Buschmühle ist noch nicht die neue Buschmühle geworden. Das kann auch der flüchtige Passant ohne Schwierigkeiten bemerken. Vor der Hauptfront steht immer noch ein Absperrzaun und parken Fahrzeuge von Handwerkern am Gebäude.

Kurz nach dem Jahreswechsel 2018/19 wollen die Investoren wie Ralf Schnitzler aus Erftstadt und Arnold Bauens aus Aachen erste der 27 geplanten Wohneinheiten in fertigem Zustand vorstellen. Damit schlagen sie ein neues Kapitel in der Geschichte des Baus, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Betriebsstätte der aus Aachen stammenden Tuchfabrik Gebrüder Loersch eröffnet und ab 1980 für die Ansiedlung verschiedener Gewerbebetriebe genutzt wurde.

Bei der Sanierung wurde die alte Fassade wieder hervorgehoben. Hinter ihr befindet sich der Zugang zu den Wohnungen. Foto: Christoph Hahn

Im März 2007 hatte Horst König kurz vor einer bereits geplanten Zwangsversteigerung die so genannte Obere Buschmühle erworben. Unter anderem gab oder gibt es dort eine Soccer- („Das habe ich aber nur für meinen Fußballverein gemacht“, so der ehemalige Vorsitzende und Trainer von Westwacht Aachen) und eine Lasertaghalle. Die frühere Soccer-Halle ist mittlerweile vermietet, und auch die Laser-Tag-Halle gehört der Vergangenheit an. Mehrere Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben sich auf dem Areal angesiedelt.

Den Kreis der möglichen Nutzer haben Horst König und die Investoren klar im Blick – und sehen in der nahen Stadtgrenze von Stolberg zu Aachen einen klaren Standort-Vorteil: „In Aachen steigen die Mieten immer mehr.“ Falls also Papa dem Sohn oder der Tochter ein Appartment kaufen will, das dann ja später nach dem Abschluss weiter vermietet werden kann – Horst König und seine Mitstreiter hätten da noch Platz im Terminkalender.

Und wenn dann ein Gastwissenschaftler an der Fach- oder der Technischen Hochschule in der Kaiserstadt für die Zeit ihrer Verpflichtung einen Platz zum Schlafen brauchen, so für zwei oder drei Monate: An der Buschmühle wäre da was frei, als eine Art von „Boarding House“, will sagen: möbliertes Wohnen.

Mehr von Aachener Zeitung