Bäckerei möchte zum Geschwister-Scholl-Platz

Im früheren Spar-Markt : Ein „Sahnehäubchen“ zur Belebung der Liester

Seit gut sieben Jahre steht das Ladenlokal leer, das vor einem halben Jahrhundert mit zum Mittelpunkt eines prosperierenden neuen Stadtteils zählte. Diese goldenen Zeiten sind zwar längst Geschichte, aber der Liester soll jetzt im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes wieder auf die Beine geholfen werden.

Nach der ersten Ideenwerkstatt für das Quartier rund um den Geschwister-Scholl-Platz im November gibt es jetzt bereits ein erstes konkretes Sahnehäubchen für die Liester – just in dem Ladenlokal, in dem seit den Anfängen die Nahversorgung des Stadtteils sichergestellt wurde.

Es gehörte mit im Laufe der Zeit wechselnden Kaufleuten zur Spar-Handelskette. Doch die gut 260 Quadratmeter reichten nach einigen Jahren nicht mehr aus, um bei den expandierenden Verkaufsflächen der Mitbewerber mithalten zu können. Die Büsbacher Kaufleute Dieter und Philomene Welter trennten sich als letzte 1995 von ihrer Filiale auf der Liester. Bis Dezember 2007 nutzte die Drogeriekette Schlecker das Ladenlokal, während in dem zuvor als Lager genutzten Keller Modelleisenbahnfreunde ihre Anlage aufbauten.

Seitdem steht der Laden leer und wird allenfalls zum Ziel von Vandalismus. Im Juni 2017 hatte zwar der Ausschuss für Stadtentwicklung eine Bauvoranfrage positiv beschieden, laut der das leerstehende Ladenlokal zur Unterbringung einer Seniorenwohngemeinschaft genutzt werden sollte. Aber die WG mit insgesamt zehn Wohn- und Schlafräumen, fünf Badezimmern sowie einer Gemeinschaftsküche und einem gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich wurde nie in die Realität umgesetzt.

Auf seiner Sitzung am 16. Januar darf sich der Ausschuss für Stadtentwicklung mit einer neuen Voranfrage befassen: „Nutzungsänderung des Ladenlokals in eine Produktionsstätte für Backwaren und Konditoreiartikel einschließlich Verkauf“ ist sie überschrieben. Um es vorweg zu sagen: Die Verwaltung empfiehlt der Politik nicht nur der planungsrechtlichen Stellungnahme zuzustimmen, sondern sie begrüßt ausdrücklich das Vorhaben. „Für die weitere Belebung des Platzes wäre eine Nutzung zu begrüßen“, formuliert Tobias Röhm in seiner Vorlage: „Mit dem geplanten Verkaufsraum der Bäckerei ergibt sich hier auch für die Anwohnerinnen und Anwohner ein Zugewinn“, so der Technische Beigeordnete weiter.

Die Regelungen des seit April 1969 rechtskräftigen Bebauungsplans würden erfüllt. Ein nicht störender Handwerksbetrieb sei in einem Allgemeinen Wohngebiet zulässig. Und auch die Städteregion hat aus Sicht des Immissionsschutzes keine Bedenken. Die Produktion soll erst um 6 Uhr, der Verkauf um 7 Uhr beginnen. Zudem würden nur strombetriebene Umluft-Backöfen eingesetzt, so dass weder Rauchgase noch geruchsbeladene Abluft nach außen abgeleitet würden.

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