Naturschutz am Birkengang: Badewanne und Sonnenliegen für seltene Kröten

Naturschutz am Birkengang : Badewanne und Sonnenliegen für seltene Kröten

Auf der ehemaligen Schlackenhalde „Birkengang“ werden in der kommenden Woche Schutzmaßnahmen für gefährdete Amphibienarten durchgeführt. Das Gebiet soll für die Geburtshelferkröte wieder ein geeigneter Lebensraum werden. Wege sind zweitweise gesperrt.

Noch bevor die Brut- und Laichzeit beginnt, werden ab Montag westlich der Straße Steinfurt Bäume und Sträucher entfernt. Die Arbeiten werden mit Großmaschinen umgesetzt und dauern die Woche über an. Aus Sicherheitsgründen können einige Spazierwege im direkten Arbeitsbereich nicht genutzt werden.

Die Gehölzentnahme ist eine Naturschutzmaßnahme, die sich nicht jedem direkt erschließt. „Wir wollen hier einen geeigneten Lebensraum für die gefährdete Geburtshelferkröte schaffen“ erklärt Bettina Krebs von der Biologischen Station in der  Städteregion. „Bekannt ist, dass die bei uns lebenden Amphibien Gewässer für ihre Nachkommen brauchen. Weniger bekannt ist, dass sie selbst einen Landlebensraum mit bestimmter Ausstattung benötigen.“

Geburtshelferkröten benötigen ganz in der Nähe eines Laichgewässers sonnenbeschienene Hänge, die ihnen Tages- und Überwinterungsverstecke bieten. Der östlich des Wohngebiets Mathiasschacht gelegenen Teich könnte den Amphibien als Laichgewässer dienen, er ist aber die meiste Zeit ausgetrocknet und muss abgedichtet werden. Das soll in einem zweiten Schritt passieren.

Am „Birkengang“ werden der Land- und Wasserlebensraum der Geburtshelferkröte wiederhergestellt. Foto: : Biologische Station StädteRegion Aachen e.V.

Zunächst soll die Umgebung wieder so hergerichtet werden, dass sie für die Geburtshelferkröte ein attraktiver Landlebensraum ist. Amphibien sind wechselwarm, sie brauchen Wärme, um aktiv werden zu können. Wenn in der Umgebung des Gewässers Gehölze entfernt werden, gelangen die wärmenden Sonnenstrahlen wieder bis auf den Boden. „Wir hoffen, dass sich an dem Teich Geburtshelferkröten einfinden und bleiben und später, wenn der Teich abgedichtet ist, hier auch deren Larven heranwachsen“, sagt Bettina Krebs.

Sie leitet das Projekt „Life-Amphibienverbund“ der Biologischen Station, das die Maßnahmen ermöglicht. Die Kupferstadt als Eigentümerin stellt die Flächen langfristig für den Naturschutz zur Verfügung. Stolberg ist mit rund zehn Vorkommen in der Städteregion das Gebiet mit den meisten Vorkommen der Geburtshelferkröte. Landes- und Deutschlandweit ist die Art, die nur in Europa von der Iberischen Halbinsel bis nach Deutschland verbreitet ist, sehr selten geworden, Tendenz fallend. Grund für die Europäische Kommission 2012 einen europäischen Aktionsplan für diese Verantwortungsart ins Leben zu rufen. Die Maßnahmen in Stolberg tragen dazu bei, diesen Aktionsplan lokal umzusetzen und die Geburtshelferkröte für zukünftige Generationen zu erhalten.Weitere Informationen: www.life-amphibienverbund.de.

(red)