Stolberg: Autobahnauffahrt für Stolberg: Projekt mit Fragezeichen

Stolberg: Autobahnauffahrt für Stolberg: Projekt mit Fragezeichen

Beim geplanten Autobahnanschluss Eilendorf, so Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, bestand bisher die Hoffnung, dass alles klar sei.

Doch in jüngster Zeit höre er nur noch ausweichende Antworten. Der Autobahnanschluss sei bereits ein 15 Jahre altes Thema, das natürlich mit entsprechenden Maßnahmen in der Sebastianusstraße einhergehen müsse.

Davon, dass die Bagger schon bald vor der Tür stehen, kann jedoch keine Rede sein. Nach Auskunft des Landesbetriebs straßen.nrw folgt dem Linienbestimmungsverfahren derzeit der Vorentwurf zum Panfeststellungsverfahren, der im Frühjahr fertig werde. In den Jahren 2012 und 2013 folge die Planfeststellung, deren Beschluss dann fünf Jahre Gültigkeit habe. Über die Finanzierung werde nach dem Beschluss erneut zu reden sein.

Von einem Autobahnanschluss am Propsteier Wald redet mittlerweile niemand mehr. Einem solchen stehe wohl auch die Dichte der Anschlussstellen proportional zur Wegstrecke entgegen, meint der Bürgermeister. Der damalige Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes habe die Renaturierung gewollt. Ein Kompromiss sei es schließlich geworden, sagt Gatzweiler, der nicht verhehlt, dass er ein Gewerbegebiet Camp Astrid nicht unattraktiv fände.

Kleinteiligkeit ist nicht zu überleben

Man dürfe nicht verkennen, wie wichtig Autobahnanbindungen als Argument für Wirtschaftsansiedlungen seien. Und bei diesem Thema könne man sich auf Dauer die Konkurrenz zwischen den Kommunen nicht leisten: „Diese Kleinteiligkeit überleben wir nicht.”

Gerade bei der Verkehrsentwicklung sei die Städteregion eine Chance, meint Bettina Herlitzius, Bundestagsabgeordnete von Bündnis90/Die Grünen, die sich bei Stolbergs Bürgermeister und ihren hiesigen Parteifreund(inn)en über kommunale Anliegen informierte. Sie sei eine Verfechterin der Städteregion und stolz darauf. „Es gibt nicht viele in Deutschland. Schade dass die Kinderkrankheiten so rauskommen und die Empfindlichkeiten der Stadt Aachen so groß sind.” Dort sei immer die Angst vorhanden, dass man Kompetenzen weggenommen bekomme.

Andererseits sei auch der Aachener Campus bisher nicht gerade ein Städteregion-Projekt. „Die Belgier ziehen schon mit, und wir haben noch nicht den Beitrag gefunden, den wir dazu leisten könnten”, sagt Herlitzius - und nennt als Beispiele die Stadt Stolberg als Wohnstandort und ihr „Pfund”, das touristisches Umfeld. „Eine Generation” werde es dauern, bis bei Planung und Verkehr die städteregionale Zusammenarbeit richtig funktioniere, mutmaßt der Stolberger Bürgermeister, der der Abgeordneten nicht nur das Thema Autobahnanschluss für den Verkehrsausschuss empfahl. Sie solle auch im Kölner Regionalrat für den Kreisverkehr Nachtigällchen werben: „Damit das schneller als in sechs, sieben Jahren geht. Das wäre unerträglich.”

Bekanntlich will sich die Firma Leoni Kerpen an den Projektkosten beteiligen, so dass eine besondere Situation vorliegt, die eine Realisierung außerhalb der Prioritätenliste möglich machen könnte. Ein Argument dafür sei vor allem die Sicherheit des Radverkehrs, gab Gatzweiler Herlitzius als Argumentationshilfe mit auf den Weg.

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