Ausstellung zu Grube Diepenlinchen im Zinkhütter Hof

Geschichte : Ausstellung im Zinkhütter Hof beschäftigt sich mit Grube Diepenlinchen

Vor rund 100 Jahren gab es gleich zwei Ereignisse, die Stolberg maßgeblich prägten: Nachdem im November 1918 der Erste Wltkrieg endete, schloss vier Monate später auch eine der größten und modernsten Erzbergwerke in der Region seine Tore: Diepenlinchen.

Fast 500 Bergleute wurden damals entlassen. Einige von ihnen fanden neue Jobs und kamen in der Grube in Nothberg oder bei Stolberger Betrieben wie Prym unter. Andere hingegen wurden arbeitslos und hatten fortan mit Armut und Hunger zu kämpfen. Mit der Geschichte des Erzbergwerks und den Folgen der Schließung hat sich der Arbeitskreis Geschichte Mausbach in den vergangenen Monaten beschäftigt. Das Ergebnis: Eine multimediale Ausstellung, die ab dem morgigen Sonntag im Museum Zinkhütter Hof zu sehen ist.

Aufgeteilt ist die Ausstellung in drei große Themenfelder. Dazu gehören die geschichtliche Entwicklung des Bergbaus, die technische Entwicklung und die sozialen Fragen. Letzteres Themenfeld beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie es den Arbeitern und deren Familien vor und nach der Schließung des Erzbergwerks ging.

Neben etlichen Fotodokumenten und Texten können sich die Besucher auch Interviews mit ehemaligen Bergleuten anhören und Videomaterial anschauen. Auch einige Artefakte – darunter Werkzeuge der Bergleute, ein Schlafbrett, das Gebetsbuch eines Bergmannes oder auch eine originale Satzung des Knappschaftsvereins – können bewundert werden. Unterstützt wurde der Arbeitskreis unter anderem vom Museum in der Torburg sowie vom Heimat- und Eifelverein Breinig. Beide Institutionen steuerten einige Exponate für die Ausstllung hinzu. Eines der Highlights ist zudem ein Bild der Belegschaft aus dem Jahr 1912 – Namen inklusive.

Die Mitglieder des Arbeitskreises legen besonders großen Wert darauf, ihren Bestand zu digitalisieren, um so ihr Archiv für die Zukunft entsprechend aufzustellen. Ihr Archiv beinhaltet rund 7500 Fotos, etliche Bücher, 8000 Dias, Ton- und Videoaufnahmen. Für ihr Engagement wurden die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichte Mausbach Anfang der Woche auch mit dem Eifelaward ausgezeichnet.

Darauf sind sie besonders stolz und hoffen nun, dass sich auch etliche Stolberger für die Ausstellung im Zinkhütter Hof interessieren. „Je mehr man über die Geschichte weiß, desto spannender wird es“, bringt es der Vorsitzende des Arbeitskreises, Stephan Kreutz, auf den Punkt. Bei den Recherchen sei unter anderem herausgekommen, dass die Grube Diepenlinchen eine der modernsten Aufbereitungsanlagen in ganz Europa war, erklärt Kreutz.

Die Vernissage findet am morgigen Sonntag, 2. Dezember, um 11 Uhr statt. Noch bis zum 13. Januar können Besucher die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Zinkhütter Hofs sehen.

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