Ausschuss beschließt Mobilitätskonzept einstimmig

Klimafreundliches Mobilitätskonzept: Ausschuss beschließt „weiteren Meilenstein“

Elektromobilität, Fahrradabstellboxen und Sitzgelegenheiten für Senioren: Das klimafreundliche Mobilitätskonzept wird umgesetzt. Das entschied nun die Stolberger Politik. Doch nicht alle Maßnahmen riefen Begeisterung hervor.

Das klimafreundliche Mobilitätskonzept wurde von den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt einstimmig beschlossen. Diskussionsbedarf gab es in der Sitzung dennoch.

Dazu zählte unter anderem das Thema Stadtbus. Bei der SPD herrsche diesbezüglich Skepsis, wie Rolf Engels mitteilte. Dieses Vorhaben sei eine ideale Sache für eine Stadt, die auf einer Ebene liege, jedoch nicht für Stolberg. Ansonsten zeigte sich die Partei zufrieden. „Es ist eine wichtige Basis für die Zukunftsarbeiten in diesem Bereich“, meinte Engels. Im Fokus sollte jedoch das Nachtigällchen stehen. Schließlich sei dies eine „hochgefährliche Strecke für Fahrradfahrer“, an der vordringlich gearbeitet werden müsse.

Einen Vortrag zum klimafreundlichen Mobilitätskonzept hörten die Ausschussmitglieder von Dr. Katja Engelen. Sie machte deutlich, dass es sich dabei nun um ein Starterprogramm handle, das im Rhythmus von zwei Jahren neu aufgestellt und hinterfragt werden müsse. Zudem müsse das Handlungskonzept immer wieder entsprechend angepasst werden. Von ihr wollte Rolf Engels wissen, wie viele Stationen man in Stolberg künftig für Elektroautos vorhalten müsse. Schließlich würde das Thema Elektromobilität in den kommenden Jahren eine immer größer werdende Rolle spielen und Ladesäulen an einzelnen Stellen im Stadtgebiet könnten nicht die Lösung sein. Da brauche man schon ein flächendeckendes System, war sich Engels sicher.

Engelen erklärte, dass ein Großteil der Elektrofahrzeuge allerdings an privaten Stellplätzen – also in den eigenen vier Wänden oder beim Arbeitgeber – geladen würden. „Dort wird auch eine große Anzahl an Ladesäulen erforderlich sein. Sie werden nicht in den nächsten fünf oder zehn Jahren 100 Ladepunkte im Stadtgebiet haben. Das wäre überdimensional“, meinte sie. Aus diesem Grund sei es wichtig, auf Arbeitgeber und auch auf Privatleute zuzugehen. Auch mit der Regionetz habe man das Thema bereits besprochen, erklärte Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm.

Lob für das Konzept gar es auch von der CDU – besonders für Klimaschutzmanager Georg Trocha. „Wir sind sehr froh, dass wir Sie angestellt haben“, meinte Siegfried Pietz. Ein Projekt aus dem klimafreundlichen Mobilitätskonzept sind die Fahrradabstellboxen. Diesbezüglich wollte Pietz wissen, wie viel dafür in den Haushalt für das kommende Jahr eingestellt wurde. Insgesamt umfasst das Projekt 300.000 Euro, die dafür bereitgestellt werden sollen. Zunächst will man die Gymnasien und Gesamtschulen entsprechend ausstatten, meinte Röhm.

Gabi Halili (Linke) schloss sich dem Lob für das Konzept ebenfalls an. Es sei gut, eine Richtlinie zu haben, an der man sich in Zukunft entlanghangeln könnte. Sie hob vor allem das Projekt „beSITZbare Stadt“ hervor. In diesem sollen Senioren auf einer ausgewählten Route Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um sich auszuruhen. Es sei gut, dass das Bewusstsein auch auf ältere Menschen gelenkt werde, meinte Halili.

Einstimmig sprach sich die Politik für das Konzept aus. Damit habe man einen „weiteren Meilenstein“ beschlossen, meinte der Ausschussvorsitzende Paul M. Kirch.

(se)
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