Stolberg: Aus dem Pumpenhaus wird ein Übungsgelände für das THW

Stolberg: Aus dem Pumpenhaus wird ein Übungsgelände für das THW

In der Serie „Stolberger Ansichten - gleich und doch anders“ geht es diesmal um den Bereich Buschmühle. Vor etwa einhundert Jahren gab es hier einen landwirtschaftlichen Betrieb im Münsterbachtal. Aber diese Nutzung ist eine Zweitverwendung einer spannenden technischen Einrichtung Stolberger Wirtschaftsgeschichte.

Historische Quellen wie die Architekturform belegen, dass das Gebäude im Laufe des 18. Jahrhunderts als Pumpenhaus der Münsterbuscher Kohlengruben erbaut wurde. Seit 1539 wurden unter dem Münsterkohlberg Steinkohlen geschürft, deren Abbau der Abt von Kornelimünster als Landesherr konzessioniert hatte. Mit zunehmender Tiefe der Schächte wurde die Anlage einer Wasserkunst umso bedeutsamer, um das Grubenwasser, was stetig in die Stollen einsickerte, abzupumpen.

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Am östlichen Fuß des Münsterkohlbergs ist „Am Pümpchen“ in Unterstolberg ein entsprechendes Gebäude als Gegenstück bis heute erhalten. Mit Einstellung der Bergbautätigkeit in der James-Grube 1889-1891 verlor auch die so genannte Münsterpumpe ihre Funktion und wurde von Peter Wynands erworben, der das Gelände landwirtschaftlich nutzte.

Im Jahr 1937 wurde das Gebiet von der Wehrmacht in Besitz genommen, um den Truppenübungsplatz zu vergrößern. Die in Aachen stationierten Einheiten nutzten das Gelände, das am Rande Stolbergs an der Grenze zur ehemaligen Gemeinde Brand und beidseitig der Inde, die in Stolberg Münsterbach genannt wird, liegt. Immer noch Truppenübungsplatz, aber auch Naherholungsgebiet und historisch geprägt durch frühneuzeitliche Mühlgräben sowie Wehranlagen des Westwalls, bietet sich hier heute ein völlig anderes Bild.

Das weiß verputzte Barockgebäude wurde 1960 abgebrochen und einige Jahre später gegen ein Übungshaus ersetzt. Die Stolberger Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks betreut die Übungsanlage und stellt sie für Ortsgruppen der Region für unterschiedliche Übungsszenarien zur Verfügung. Höhenrettung und Bergung von verschütteten Menschen sowie statische Sicherung von Gebäuden in Unglückssituationen sind etwaige Szenarien, die zur Ausbildung der ehrenamtlichen Helfer des THW gehören.

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