Stolberg-Münsterbusch: Aus 15 Metern Höhe erklingt die Trompete

Stolberg-Münsterbusch: Aus 15 Metern Höhe erklingt die Trompete

Er ist 15,5 Meter hoch und wer ihn hinaufsteigen möchte, benötigt dafür 87 Treppenstufen: der Kirchturm der St. Hermann-Josef Pfarre. Über eine Glocke verfügt das Gotteshaus auf der Liester zwar nicht. Leise blieb es am Neujahrsmorgen aber trotzdem nicht. Denn von dem Turm schallte ungewohnte Blasmusik hinunter auf die Gläubige, die sich nach der Messe auf dem Vorplatz eingefunden hatten.

Zu verdanken war dies Siegfried Schünemann. Der Dirigent der Mausbacher Musikvereinigung Euphonia, hatte sich dazu bereiterklärt, nach der Neujahrsmesse hoch oben auf dem Kirchturm zwei Stücke auf seiner Trompete zu spielen. Damit sorgte er für einen musikalischen Einstieg in das Jubiläumsjahr der Pfarre, die in diesem Jahr ihr 50. Bestehen feiert. Nicht nur für die Pfarre und ihren neugegründeten Förderverein war die Musik vom Kirchturm ein Novum. Auch für den 55-Jährigen, der seit 1972 Trompete spielt, war es eine völlig neue Erfahrung.

„Ich habe bereits in der Kirche und auch schon davor gespielt, aber in einem Kirchturm habe ich noch nie Trompete gespielt“, sagte der Münsterbuscher.

Kurz nach dem gespendeten Segen in der Messe ging es dann es dann auch schon los. Unten am Boden wurde das Licht kurz aus, dann wieder angemacht. Für den Musiker das Zeichen, dass es nun endlich losgehen konnte. Während oben der Wind durch die Mauern pfiff und sich die Mitglieder der Gemeinde vor der Kirche zu einem Glas Sekt versammelten, spielte Schünemann sein erstes Stück, „Trumpet Voluntary“, auch als „Preiset froh den König“ bekannt. Anlässlich des 50. Bestehens der Pfarre folgte dann noch ein zweites Stück, das als eines der beliebtesten geistlichen Lieder überhaupt gilt: „Amazing Grace“.

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