Auftakt zum Projekt "euPrevent" in Stolberg

Alternde Gesellschaft im Blickpunkt : Austausch und eine bessere Vernetzung

Das Ziel: eine bessere Vernetzung und die Möglichkeit zum Austausch. Im Zinkhütter Hof fand jetzt der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe statt, die sich vor allem, aber nicht ausschließlich, an die Stolberger Senioren richten soll. B

eim gemeinsamen Nachmittag kamen ehren- und hauptamtliche Akteure zusammen und erarbeiteten gemeinsam, was sich in Sachen Seniorenarbeit in Stolberg noch tun muss. In vier verschiedenen Workshops zu den Themen Gesundheit und Demenz, Freizeit, Wohnen sowie Altersarmut wurden eine Menge Ideen gesammelt. „Wir versprechen uns davon konkrete Ergebnisse, die wir in die Seniorenarbeit einbringen wollen“, sagte Stolbergs Inklusionsbeauftragter Lukas Franzen, der die Gäste gemeinsam mit Sozialamtsleiter Paul Schäfermeier willkommen hieß.

Von der Erfahrung profitieren

Schirmherr der Veranstaltung war Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. In seiner Ansprache machte er darauf aufmerksam, dass es wichtig sei, vom Fachwissen und Erfahrungsschatz der anwesenden Akteure zu profitieren. Auch in der Stolberger Verwaltung spiele die Seniorenarbeit eine wichtige Rolle. Nicht nur ein Senioren-Infocenter sei im Rathaus eingerichtet worden. Auch der Seniorenwegweiser sei im vergangenen Jahr neu aufgelegt worden, berichtete Voigtsberger. Doch dabei soll es nicht bleiben. Weitere Projekte sollen folgen – und zwar im Rahmen des Projekts „euPrevent“.

Schließlich ist Stolberg eine von elf deutschen Kommunen, die an dem grenzüberschreitenden und durch die Europäische Union geförderten Projekt teilnehmen. Insgesamt sind 31 Kommunen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden mit von der Partie. Bereits im September 2016 startete „euPrevent“ mit dem dreijährigen Projekt „Seniorenfreundliche Gemeinden“. An diesem sind verschiedene Partner aus der gesamten Euregio Maas-Rhein beteiligt. Das Projekt befasst sich vor allem mit dem aktiven Altern in seniorenfreundlichen Gemeinden.

Was es damit auf sich hat, verriet Karl-Heinz Grimm, der in seinem Vortrag zunächst auf den demografischen Wandel einging und mit Blick auf das Jahr 2060 prognostizierte: „Der Hauptanteil der Bevölkerung wird dann bei den 60- bis 75-Jährigen liegen. Das wird das Bild in einer Kommune komplett prägen.“ Die Konsequenzen? Mehr Hilfebedarf, mehr chronische Erkrankungen, mehr psychische Leiden, und auch das Thema Demenz werde eine immer größere Rolle spielen.

Von der EU gefördert

Doch es gebe auch gute Nachrichten. Die gesundheitliche Prävention könne eine Trendwende einleiten. Das Projekt „euPrevent“ sei eine Stiftung nach niederländischem Recht und beinhalte ein Netzwerk verschiedener Akteure aus dem Gesundheitswesen. Mit insgesamt 983.167,50 Euro wird das Projekt von der Europäischen Union gefördert, eine weitere Million kommt durch verschiedene Projektpartner.

Neben Stolberg sind auch Aldenhoven, Herzogenrath, Hückelhoven, Wassenberg, Jülich und Wegberg mit von der Partie. Die drei Säulen, auf die beim Projekt gesetzt werden soll, sind Gesundheit, Patrizipation und Sicherheit. So könne aktives Altern gut gelingen, zeigte sich Grimm überzeugt.

Er war jedoch nicht der einzige Gast, der einen Vortrag hielt. Caroline Glaude von der Christlichen Krankenkasse Verviers-Eupen und Projektbeauftragte für grenzüberschreitende und europäische Zusammenarbeit klärte die Anwesenden darüber auf, wie die Seniorenarbeit in Belgien organisiert ist – über einen Verband.

Danach wurde es Zeit, aktiv zu werden. In verschiedenen Workshops sammelten die Anwesenden Ideen, lernten sich kennen und tauschten sich aus. Folgen sollen weitere Veranstaltungen, darunter zwei Vorträge zu den Themen Demenz und Altersdepression.