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Stolberg: Auf der Burg werden Bohrer und Hammer eingepackt

Stolberg : Auf der Burg werden Bohrer und Hammer eingepackt

Manchmal brummt Ira Wirtz abends schon ein bisschen der Schädel. Zum Beispiel, wenn die Burgwartin den ganzen Tag lang dem Klopfen, Hämmern und Bohren zuhören musste, wie es durch das alte Gemäuer hallt. Und das ist oft der Fall, seit die Sanierungsarbeiten im Mai vergangenen Jahres begonnen haben: Schreiner, Elektriker, Trockenbauer und Maler geben sich abwechselnd die Klinke in die Hand.

Für Veranstaltungen wurden die Arbeiten unterbrochen, zum Beispiel Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Jubiläen oder Kulturveranstaltung, wie zuletzt „Stolberg goes China”. In etwas mehr als zwei Wochen, am 27. Juli, wird endlich alles vorbei und Stolbergs Wahrzeichen wieder für die Allgemeinheit zugänglich sein.

Nach Auskunft des Hochbauamtes werden die zuletzt kalkulierten 736.000 Euro die Kosten vollständig decken. Bis Ende Juli gehe es nur noch um den Feinschliff. Kaum zu glauben, denn in den einzelnen Räumen wird nach wie vor intensiv gearbeitet.

Wirtz ist dabei, den Rittersaal zu säubern. Dort findet in den nächsten Tagen eine private Versammlung statt. Noch ist der dunkle Steinboden des großen Raumes vom feinen weißen Staub überzogen, der herabgerieselt ist, als die Elektriker in die dicken Wände gebohrt haben. „Der setzt sich richtig fest, da muss man schon ordentlich schrubben”, sagt Burgwartin Wirtz.

Im Foyer bohrt Roman Vondenhoff Kabelkanäle für die Notbeleuchtung. Die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen und unzureichenden Fluchtwege sind Hauptgründe für den Umbau. Der Elektriker Vondenhoff ist seit Beginn der Arbeiten dabei.

Bei einem jahrhundertealten Gebäude wie der Burg Stolberg gibt es für Handwerker eine Menge zu beachten. Zumal die Burg unter Denkmalschutz steht. „Ich kann deshalb nur an bestimmten Stellen bohren”, erklärt Vondenhoff. Bevor er sie einschaltet, setzt er die Bohrmaschine vorsichtig am Deckenrand an. Sein Kollege Marcel Basters steht in einer der vielen kleinen Kammern, die es in der Burg gibt. Um ihn herum herrscht ein Durcheinander aus rot-orangen Kabeln, die es zu verlegen gilt.

Im Vorraum der Galerie verputzen die Trockenbauer eine Ecke, um sie herum steht noch Zubehör des alten Restaurants. „Woanders ist gerade kein Platz dafür”, sagt Wirtz und zuckt mit den Achseln. Schreiner Alexander Wilhelm bringt ein spezielles Schloss an der Türe zur Galerie an, ein so genanntes Panikschloss. Das macht es möglich, die Türe in einem Notfall schlagartig zu öffnen, auch wenn sie verschlossen ist. Eine weitere Sicherheitsvorschrift, der die Burg entsprechen muss.

Abgeschlossen ist der Umbau erst, wenn die Maler mit ihrer Arbeit fertig sind. Sie kommen zuletzt, wenn die anderen Handwerker ihren Teil erledigt haben. Ihre Pinsel werden bedeutend weniger Lärm machen als die Hammer und Bohrer. Ira Wirtz freut sich schon.