Stolberg: Auf dem Schlangenberg gefällte Kiefern werden gewinnbringend verwertet

Stolberg: Auf dem Schlangenberg gefällte Kiefern werden gewinnbringend verwertet

Er hat Platz gemacht, damit die weltweit einzigartige Galmeiflora überleben und sich entwickeln kann: Der Kiefernbestand auf dem Schlangenberg ist nebst seinem Unterholz gefällt worden. Auf rund 40 Hektar erhält das europaweit anerkannte Naturschutzgebiet sein altes, parkähnliches Aussehen zurück, das über Jahrhunderte durch eine Magerrasenflora geprägt war.

Aufgrund der natürlich vorhandenen Schwermetallbelastung des Bodens hat sich dort eine seltene und mittlerweile vom Aussterben bedrohte, spezialisierte Pflanzengesellschaft und der entsprechenden Fauna entwickelt. Die in der Preußenzeit als Nutzpflanzen eingeführten, nicht heimischen Kiefern hatten sich während der vergangenen sechs Jahrzehnte so intensiv ausgebreitet, dass sie der Galmeiflora den Lebensraum nahm.

Sie sind bis auf wenige Inseln, die beispielsweise Höhlenbrüter nutzen, gefällt. Die industriell nutzbaren Stämme hat der Stolberger Förster in erster Linie zur Herstellung von OSB-Platten verkauft. Aber auch für das verzweigte Astwerk und den Schlagabraum hat Theo Preckel eine Einnahmequelle für das marode Stadtsäckel gefunden.

Sie werden geschreddert und zur Verstromung in Holzkraftwerken eingesetzt. Sind die Stämme abgefahren und die Überreste der Holzernte beseitigt, wird das Gelände des Schlangenbergs noch gemulcht, damit sich die seltene Pflanzenwelt neu entwickeln kann.

Das von der Fachwelt großer Beachtung geschenkte Renaturierungsprojekt hat eine so hochkarätige Bedeutung, dass dem Öko-Konto der Stadt 1,7 Millionen Punkte im Wert von etwa einem Euro gut geschrieben werden.