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Sagen Sie Ihre Meinung: Auf dem Mühlener Markt sollen Autos in Zukunft tabu sein

Sagen Sie Ihre Meinung : Auf dem Mühlener Markt sollen Autos in Zukunft tabu sein

Der Mühlener Markt soll umgestaltet werden. Die Anregungen von Anwohnern und Geschäftsleuten wurden in das Konzept eingearbeitet. Nun entscheidet die Politik. Wir fragen Sie: Was sagen Sie zu den Plänen?

Der Herbst hält Einzug – auch in Stolberg. Die ersten Blätter hat der große Baum am Mühlener Markt bereits verloren. Sie bedecken fast den gesamten Boden des Beets. Im Schritttempo fährt an diesem Morgen ein Wagen über den Platz; die Fahrerin ist auf der Suche nach einem Parkplatz. Doch sie findet keinen. Dass das verheerende Hochwasser von Juli 2021 den Gebäuden rundherum schwer zugesetzt hat, ist an einigen Stellen auch über ein Jahr später noch gut zu sehen. Heruntergelassene Rollläden und verschmutze Fensterscheiben sind Anzeichen dafür, dass einige Häuser nach wie vor unbewohnt sind.

Mitte der 1980er Jahre wurde der Stadtteil, der auch heute noch häufig als Brennpunkt bezeichnet wird, umfassend saniert. Damals ging es in erster Linie um die Aufwertung der Mühle als Wohn- und Einzelhandelsstandort sowie um die Verkehrsberuhigung. Nun soll der Mühlener Markt erneut umgestaltet werden – diesmal im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts (IHKo) „Berg- und Talachse – Miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg“. Nachdem die Anregungen von Anwohnern und Geschäftsleuten nun in das Konzept eingearbeitet wurden, liegt die Entscheidung bei der Politik. Wir möchten wissen, wie Ihnen die Pläne gefallen. Am Ende des Artikels finden Sie eine Umfrage.

„Neben dem Jordanplatz ist der Mühlener Markt ein zentraler Platz, der auf der Mühle existiert“, erläutert Stolbergs Erster und Technischer Beigeordnete Tobias Röhm im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Umgestaltung soll dessen Vorzüge herausstellen sowie neue Nutzungen ermöglichen. Beispielsweise wenn es um Veranstaltungen geht. Ein entsprechendes Konzept werde momentan gemeinsam mit der Stolberg-Touristik, dem Ordnungsamt und dem Amt für Stadtentwicklung und Planung ausgearbeitet, berichtet Röhm.

Die Planungen rund um den Mühlener Markt sind kein neues Thema. Das Büro Greenbox aus Köln erarbeitete bereits Vorentwurfsvarianten, die auf ersten Überlegungen der Machbarkeitsstudie Mühle aufbauten (siehe Infobox). Im Mai dieses Jahres wählte die Politik einen Vorentwurf aus. In einer Beteiligung Anfang Juni konnten Anwohner und Geschäftsleute ihre Ideen dazu äußern.

Was im Rahmen dieser Veranstaltung immer wieder angemerkt wurde, waren eine überschaubare, offene und flexibel nutzbare Platzstruktur, Nutzungsmöglichkeiten für ein außengastronomisches Angebot sowie eine angemessene Begrünung des Platzes. Auch die geplanten Hochbeeten wurden thematisiert. Ursprünglich war angedacht, dass diese eine integrierte Sitzgelegenheit besitzen. „Es wurde im Rahmen der Beteiligung aber deutlich, dass das nicht zwingend in Kombination umgesetzt werden muss“, sagt Tobias Röhm.

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Geplant ist zudem, dass die bereits vorhandenen Natursteinpflaster im Rahmen der Sanierung herausgenommen und später wieder eingebaut werden. Das sei nicht nur nachhaltig, sondern habe auch Wiedererkennungswert, ist der Beigeordnete überzeugt. An den Rändern sollen Betonsteinpflaster verlegt werden. Ein Wasserspiel soll zur Auflockerung des Platzes beitragen.

Und dieser soll künftig nahezu komplett autofrei sein. „Es wird noch wenige Parkmöglichkeiten an den Rändern zur Salmstraße und zur Dammgasse geben“, betont Tobias Röhm. Zudem gebe es die Überlegung, im Bereich der Salmstraße einen barrierefreien Stellplatz zu schaffen. Eine ausreichende Anzahl an Fahrradbügeln sei ebenfalls geplant.

So könnte der Mühlener Markt zukünftig aussehen.
So könnte der Mühlener Markt zukünftig aussehen. Foto: Stadt Stolberg

Eine wichtige Rolle im Rahmen der künftigen Gestaltung spiele auch die Begrünung. Ursprünglich waren mehr und vor allem größere Bäume für den Mühlener Markt vorgesehen. Aufgrund der zahlreichen Gas- und Wasserleitungen im Boden habe man sich allerdings für die kleinere Variante entschieden. „Auch Mülleimer sind in ausreichender Zahl geplant. Sie und die Beleuchtung sollen gestaltungstechnisch den Exemplaren in der Innenstadt gleichen“, erklärt Röhm.

In seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 21. September, beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU) mit dem Entwurf des Architekturbüros. Bis Ende September soll der Förderantrag für das Projekt eingereicht werden. „Dann erhalten wir hoffentlich im kommenden Frühjahr den Bewilligungsbescheid“, wirft Tobias Röhm einen Blick in die Zukunft. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende 2023 beginnen und im Laufe des Jahres 2024 abgeschlossen werden.

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