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Stolberg-Atsch: Atscher Weihnachtshaus: Eine ganze Familie im Weihnachtsfieber

Stolberg-Atsch : Atscher Weihnachtshaus: Eine ganze Familie im Weihnachtsfieber

Drei Grad zeigt das Thermometer an diesem Morgen um kurz vor 11 Uhr an. Und dann beginnt es auch noch zu regnen. Der Blick von Margit Völtz wandert nur kurz gen Himmel. „Das Wetter kann man sich nicht aussuchen. Da müssen wir jetzt durch“, sagt sie und lacht.

In diesen Tagen findet man Margit Völtz, ihren Mann Jens und ihre beiden Söhne Alexander und Daniel in jeder freien Minuten vor, hinter oder neben ihrem Einfamilienhaus in der Stolberger Atsch — bei Sonne, Regen oder auch Schnee. Was sie dort tun? Ganz einfach: Sie schmücken ihr Eigenheim. Denn dieses ist schließlich nicht irgendein Stolberger Haus, sondern das bekannte Atscher Weihnachtshaus und dieses wird am Sonntag — passend zum ersten Advent — an den Strom angeschlossen.

Die neuste Errungenschaft von Margit Völtz ist ein 1,70 Meter großer Nussknacker, der in einem Wachhäuschen zu sehen sein wird. Foto: Sonja Essers

Liebe zum Detail

Bis es so weit ist, gibt es allerdings noch eine Menge zu tun. Eigentlich starten die Aufbauarbeiten bereits sechs bis acht Wochen vor dem ersten Advent. „Wir sind erst in der letzten Woche aus dem Urlaub zurückgekommen und haben diesmal nur eine Woche Zeit. Die Nachbarn haben sich schon Sorgen gemacht, ob wir es in diesem Jahr nicht schaffen“, sagt Völtz. Für ihre „toleranten und hilfsbereiten Nachbarn“ sei sie besonders dankbar. „Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich“, meint Völtz.

Doch egal, ob mehr oder weniger Zeit zum Aufbauen, eine Sache ändert sich nie: „Ich werde eigentlich nie richtig fertig“, gibt Margit Völtz zu. Die 50-Jährige beschreibt sich zwar selbst als chaotisch, wer sie allerdings beim Aufbau der Krippe beobachtet, stellt schnell fest, dass sie versucht, das Beste aus ihrem Haus herauszuholen — und das mit besonders viel Liebe zum Detail. An diesem Morgen steht die Gestaltung der Krippe an. Mit Stroh, Lichterketten und den entsprechenden Figuren verwandelt sich das Gartenhäuschen in die Geburtsstätte des Jesus-Kindes. Immer wieder tritt Margit Völtz zwischendurch einen Schritt zurück und betrachtet die Position der einzelnen Figuren ganz genau. „Das sieht doch gut aus“, sagt sie zufrieden.

Völtz weiß ganz genau, was ihre kleinen und großen Besucher sehen möchten. Schließlich ist sie in Sachen Weihnachtsdekoration mittlerweile ein Profi. Angefangen hat alles im Juli 2001. Nach dem Tod der Großmutter erklärte Margit Völtz ihren Söhnen, dass diese nun ein Stern am Himmel sei und auf die Familie aufpassen würde. Es kam der Wunsch auf, auf dem Haus ein Licht aufzustellen, damit die Großmutter das Haus damit auch vom Himmel aus gut sehen könne.

125.000 Lämpchen

Gesagt, getan: In diesem Jahr gestaltet Familie Völtz nun zum 16. Mal ihr Eigenheim zum Weihnachtshaus um. „Mittlerweile habe ich meine ganze Familie infiziert“, sagt Völtz. Während damals gerade einmal eine Lichterkette das Dach schmückte, sind es heute stolze 125.000 Lämpchen, 300 Meter LED-Schlauch und 84 Steckdosen. Hinzu kommen zahlreiche Figuren. Von der Heiligen Familie über etliche Weihnachtsmänner bis hin zu Schafen, Füchsen und Kamelen ist alles dabei.

Die neueste Errungenschaft von Margit Völtz: Ein 1,70 Meter großer Nussknacker, der in einem Wachhäuschen zu sehen sein wird. Eine weitere Neuheit: Die kleinen Besucher haben die Möglichkeit, ihre Wünsche mit LED-Luftballons direkt an den Weihnachtsmann zu schicken. Wie in jedem Jahr dekoriert Völtz nun auch wieder die Fenster mit unterschiedlichen weihnachtlichen Szenen. Dabei legt Völtz Wert darauf, unterschiedliche Sichthöhen anzubieten, damit Kinder und Eltern aktiv am Geschehen teilnehmen können.

Eintritt kostet der Besuch übrigens nicht. Dafür sind die Gäste aufgerufen, zu spenden. Bisher konnte Familie Völtz rund 10.000 Euro sammeln und das gesamte Geld an verschiedene Projekte weiterleiten. In diesem Jahr soll die Atscher Grundschule wieder bedacht werden. Außerdem will Margit Völtz in der Jugendeinrichtung in der Pastor-Keller-Straße nachfragen, ob Bedarf besteht.

Und nach Weihnachten? Ab dem 6. Januar wird das Haus wieder abgeschmückt. „Das geht aber meistens viel schneller als der Aufbau“, sagt Völtz und lacht. Natürlich wird es auch im kommenden Jahr wieder ein Weihnachtshaus geben. „Wir werden es definitiv wieder machen. Unser Weihnachtshaus liegt mir so am Herzen. Ich kann gar nicht mehr ohne.“

Zwei Wünsche hat die 50-Jährige dann noch. Für das kommende Jahr möchte Sie einen Kleintransporter zum Gefährt für den Weihnachtsmann umfunktionieren. Und: „Ich wünsche mir, dass nicht nur unser Haus beleuchtet ist, sondern, dass es hier eine richtige Lichtstraße gibt. Mittlerweile steigen auch die Nachbarn mit ein“, sagt Völtz.