Stolberg-Atsch: Atscher Fußballer: Der Umzug ist ihr ständiger Begleiter

Stolberg-Atsch: Atscher Fußballer: Der Umzug ist ihr ständiger Begleiter

Die Ausübung des Fußballsportes ist den Atschern nicht immer leicht gemacht worden: Vier unterschiedliche Standorte kennzeichnen die 93-jährige Geschichte der örtlichen Sportplätze.

Begonnen hat alles in einem zwischen Mozart- und Hermann-Löns-Straße gelegenen Gelände, das volkstümlich als ”Hövvele” (Hügel) bezeichnet wird. Dort, in dem einst vom Kohlebergbau bezeichneten Terrain, legte man 1919 den ersten Sportplatz an. Doch der Spielbetrieb auf diesem Gelände währte nur wenige Monate. Anfang 1920 wurde das Terrain von belgischen Truppen beschlagnahmt, die dort ihren Reitplatz anlegten.

Ein Ausweichquartier fand man nur wenige Meter entfernt seitlich der alten Anlage. Dieses ebenfalls in den „Hövveln” gelegene Gelände-Standort war das Areal zwischen Nordstraße und „An den Sandgruben” - wurde bis Mitte der 1930er Jahre genutzt. Aufgehoben wurde der neue Sportplatz als 1936 in diesem Bereich eine Siedlung entstand: Die Siedler hatten den Sportplatz in ihre Baumaßnahme einbezogen und das Gelände für die Errichtung ihrer Eigenheime genutzt. Erneut war guter Rat teuer.

Als Helfer in der Not erwies sich Emil Adolff, Direktor der an der Hammstraße gelegenen Aktien-Spinnerei-Aachen (ASA). Er stellte erhebliche Geldmittel zur Verfügung, um auf dem in der oberen Hammstraße gelegenen Gelände, das die Bezeichnung „Am Kolesbruch” trug, einen neuen Sportplatz anlegen zu können. Dieses, mit dem heutigen Areal identische Gelände, erhielt dem großzügigen Sponsor zu Ehren den Namen „Dr.-Adolff-Kampfbahn”. Zerstört wurde die Dr-Adolff-Kampfbahn im zweiten Weltkrieg: Minen hatten das Gelände unbespielbar gemacht. Erneut musste ein anderes Domizil her.

Ersatz fand man im Sportplatz Hammstraße, den man gemeinsam mit anderen Kupferstädter Fußballklubs vier Jahre lang nutzte. 1949 wurde an der Eisenbahnstraße ein neuer Sportplatz angelegt, der in Folgezeit als „Viktoria-Kampfbahn” bezeichnet wurde. Dieses als Viktoria-Kampfbahn bezeichnete Gelände hatte man mietweise von den Saint-Gobain-Glaswerken, damals „Vegla” genannt, erworben.

Heute ist das Gelände, das von 1857 bis 1928 mit einer Glashütte bebaut war, besser bekannt als ”Kistenplatz”. Die Errichtung des Atscher Sportplatzes auf dem heutigen Kistenplatz ist insbesondere den damaligen Fußballern Michael Steffens und Johann Plum zu verdanken, die ihre Freizeit nutzen um das Terrain zu planieren und mit einem Aschenbelag zu belegen: Die dazu erforderlichen Maschinen und Geräte hatte die Baufirma Grünzig zur Verfügung gestellt.

Dass das damalige Sportgelände - inzwischen schon der vierte Standort - in den 1950er Jahren auch für Motorradball genutzt wurde, hat Rolf Strauß, der Kindheit und Jugend an der Eisenbahnstraße verbrachte, in Erfahrung gebracht. „Als Motorradball bezeichnete man eine Sportart bei der es darauf ankam, auf dem Motorrad sitzend mit dem Fuß das runde Leder in das Tor zu versenken”, erinnert sich der Atscher.

Als 1959 die Saint-Gobain-Werke planten den Kistenplatz wieder für ihre Zwecke zu nutzen - man errichtete dort später eine Kistenschreinerei und ein Labor - mussten die Fußballer erneut wechseln. Man kehrte zu dem Gelände zurück, dass man bereits in den 1930er und 40er Jahren genutzt hatte: das an der oberen Hammstraße gelegene, als „Am Kolesbruch” bezeichnete Areal. Dieses Gelände war entmint und zweckmäßig für den Fußballsport hergerichtet worden. Und dort ist man noch heute ansässig.

Ein Sportheim wurde dort 1970 errichtet. Der „SV ASA-Atsch” - der als Vorläufer den Fußballclub „Viktoria” hatte, darum „Viktoria-Kampfbahn” - hat in der Vergangenheit öfters seinen Namen gewechselt. Gegründet wurde der Fußballverein 1919 als „Spielverein (SV) Atsch”.

1935 änderte man den Namen in „Spielverein ASA Atsch”: Der Zusatz ASA deswegen, weil Emil Adolff von der Aktien-Spinnerei-Aachen (ASA) Sponsor war und seine gleichnamige Betriebssportgruppe mit dem Spielverein Atsch eine Fusion eingegangen war. Kurze Zeit später änderte man den Namen erneut: Jetzt hieß der Verein „Spielverein-Viktoria”.

Zu der alten Bezeichnung kehrte man 1953 zurück. Erneut nutzte man die noch heute gültige Bezeichnung „Spielverein (SV) ASA Atsch”.

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