Stolberg-Mühle: Asphaltwüste der Grundschule Hermannstraße ist längst passé

Stolberg-Mühle: Asphaltwüste der Grundschule Hermannstraße ist längst passé

Ein ganz kleines bisschen Geduld müssen die Kinder der Grundschule Hermannstraße noch aufbringen. Doch was sind schon wenige Tage im Vergleich zu den vielen Jahren, in denen das Außengelände auf der Mühle mehr einer Asphaltwüste denn einem zeitgemäßen Schulhof glich.

Bis zur endgültigen und offiziellen Abnahme durch die Stadt Stolberg bleibt der hässliche Bauzaun also noch stehen, der das neue Spielgerät vom Rest des Terrains abtrennt.

Danach wird für die Kinder wie auch für Renate Krickel ein Traum in Erfüllung gehen: „Ein solches Gerät haben wir uns schon immer gewünscht. Hier können die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben und zugleich lernen, die neuen Möglichkeiten in der Gruppe zu nutzen”, schwärmt die Schulleiterin von der knapp 13.000 Euro teuren Anschaffung, die ausschließlich durch das Engagement von Sponsoren ermöglicht wurde. Das Puzzle, das mit „Projekt Schulhof” überschrieben ist, setzt sich also mehr und mehr zusammen: Erst das Fußballfeld, dann der Friedensgarten und nun das Spielgerät: Es hat sich viel getan in der internationalsten aller Stolberger Grundschulen, die mit ihren 220 Kindern aus 26 Nationen einiges bewegt.

Und damit soll es längst noch nicht genug sein. „Ich sehe das Projekt nicht als abgeschlossen an”, betont Krickel, die nun den Bau eines Spielehäuschen für die Bewegungsbaustelle im angrenzenden Wäldchen ins Auge fasst.

Eine weitere Herausforderung ist der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Die soll nicht nur Medien für Unterricht und Freizeit bieten, sondern als „Lernzentrum” etabliert werden, in dem neben der Bücherausleihe auch Sprach- und Leseförderung sowie Elternarbeit in Gruppen stattfinden kann. „Der benachbarte PC-Raum, bietet weitere Möglichkeiten der Vernetzung”, tun sich für die Leiterin auch hier neue Perspektiven auf.

In den Sommerferien soll der Raum her- und eingerichtet werden, zum neuen Schuljahr wird die „Leseinsel”, wie die Bücherei in Anlehnung an das Konzept eines großen Energieunternehmens, das die Maßnahme unterstützt, erstmals in den Unterricht integriert werden. Ein schulinterner Lesewettbewerb und die Ausstellung des „Lesepasses” werden dann ebenso schrittweise eingeführt wie die Nutzung der Internetplattfom „Antolin” und regelmäßige Lesezeiten während der Schulzeit.

„All das wird zur qualitativen Verbesserung der Leseleistungen der Kinder beitragen”, ist Renate Krickel überzeugt. Unterstützung erhofft sie sich dabei von Ehrenamtlern, die als Lesepaten in einzelne Klassen gehen. „Durch regelmäßiges Vorlesen werden unsere Schulneulinge und Zweitklässler weitergehende Erfahrungen mit der deutschen Sprache machen”, so Krickel. Das sei umso wichtiger, als die Einrichtung - bedingt durch die vielfältige Herkunft der Kinder - als „sprachhetegorene Schule gelte, in der keine Sprache, und damit auch nicht das Deutsche, dominant ist.

Ein bisschen Geduld werden die Hermannschüler auch bei diesem Projekt haben. Doch das sind sie ja gewohnt. Renate Krickel ist aber sicher: „In spätestens fünf Jahren wird die Leseinsel ein fester Bestandteil des Schulkonzeptes sein.”

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