Linie 42 und Linie 1 betroffen: Aseag und private Unternehmen leiden unter Personalmangel

Linie 42 und Linie 1 betroffen : Aseag und private Unternehmen leiden unter Personalmangel

Der erste Hilferuf stammt vom 3. Juli. Eine Leserin wollte nach einem Arztbesuch vom Mühlener Bahnhof mit der Linie 42 nach Breinig fahren. Aber der Bus kam nicht. Erbost wartete sie eine Stunde lang bis zur nächsten Verbindung – ohne über den Ausfall informiert zu werden.

Das gleiche Schicksal ereilen Mausbacher Schüler, die gegen 7 Uhr mit der Linie 1 via Mühlener Bahnhof zur Kupferstädter Gesamtschule wollten. Von Mittwoch bis Montag fährt der Bus einfach nicht – ohne Vorwarnung. Einige Eltern können noch einspringen und ihre Sprößlinge mit dem Auto in Richtung Velau fahren, andere Schüler kommen zu spät zum Unterricht.

Das sind nur zwei Beispiele aus einem um sich greifenden Problem der Aseag, wie Unternehmenssprecher Paul Heesel mit großem Bedauern und Entschuldigungen eingestehen muss: Es fehlt an Busfahrern. „Unser Auftragsunternehmen konnte die Fahrten nicht besetzen“, klärt Heesel diese beiden Beispiele. „Und wir hatten keine Reserven frei, um diese Fahrten selbst durchzuführen. Obwohl unsere Wagenmeister rotieren, um für jede Fahrt einen Fahrer zu finden, waren sie nicht erfolgreich. Das tut uns wirklich leid.“

Manchmal fehle das Personal bei den „Subunternehmern“, manchmal bei der Aseag. Man versuche sich gegenseitig zu helfen so gut es gehe, aber „alle Verkehrsunternehmen haben unter dem Fahrermangel zu leiden“, sagt Heesel. „Es ist sehr schwer geworden, überhaupt noch Fahrerinnen und Fahrer zu finden“ – obwohl die Aseag wesentlich mehr Werbung als früher mache und eng mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter zusammenarbeite. Etwa 30 Fahrer werden jährlich ausgebildet.

„Wir würden gerne weitere Fahrer einstellen, um solche Engpässe wie in Stolberg zu vermeiden“, betont Heesel. „Aber wir finden kaum noch geeignete Bewerberinnen und Bewerber.“ Ausfälle fallen aber nicht nur durch Personalmangel aus. Auch Verkehrsaufkommen, Umleitungen, Baustellen, Unfälle, mediznische Notfälle und technische Pannen tragen dazu bei, dass Busse den Fahrplan nicht mehr einhalten können und manchmal einen Teil der Haltestellen auf einer Linie nicht mehr anfahren können.

Aber zumindest besser informieren möchte die Aseag zukünftig. Die App Aseag mobil und die elektronischen Fahrplananzeigen sollen so verbessert werden, dass sie ausfallende Fahrten anzeigen können. Es werde aber noch einige Zeit dauern, weil das softwaretechnischen, organisatorischen und personellen Aufwand bedeutet.

Absehbare Fahrtausfälle kann man auf der Homepage finden. Fahrgäste können sich zudem montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0241/1688-1 bei der telefonischen Fahrplanauskunft erkundigen.

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