„ARTigkeiten“ locken Gäste in Skulpturengarten

Ausstellung im Atelierhaus : „ARTigkeiten“ locken Gäste in Skulpturengarten

Auf Birgit Engelens 800 Quadratmetern ihres Atelierhauses und Skulpturengarten präsentierten 15 Künstlerinnen aus der Region ihre Werke bei der Ausstellung „ARTigkeiten“.

Die Stolberger Künstlerin und Gastgeberin Engelen beteiligte sich natürlich ebenfalls: Im Atelierhaus konnten Besucher ihre auf Büchern gemalten Leinwandarbeiten mit Waldmotiven bestaunen. Engelen, die mit ihren Hunden viel in den Wäldern der Region unterwegs ist, holt sich dort ihre Inspiration und verwendet für ihre Kunstwerke unter anderem Federn, die sie mit Acrylfarben bemalt und als Baumstämme auf ihren Werken einsetzt.

Auf einem ihrer Werke ist der Vichtbach zu sehen, umrahmt von Bäumen, die nach Angaben von Engelen dort längst nicht mehr stehen. Wer genau hinsieht, bemerkt, dass bei diesem Werk die Blätter nicht gemalt, sondern echt sind. „Die Kombination aus dem, was echt ist und dem, was gemalt ist, macht’s aus“, erläutert Engelen. Neben ihren Gemälden präsentiert Angela Mainz aus Herzogenrath ihre aus Papiergarn geklöppelten Schmuckstücke wie Blüten und Ketten. Im Atelierhaus waren außerdem die Werke der Künstlerin Gisela Stotzka zu finden, die mit Blütensamen und -knollen von Küchenschelle und Löwenzahn sowie Aquarell arbeitet, während draußen im Skulpturengarten Kerstin Albrecht-Hess handgefertigte Kerzen, die von ihr in Form gegossen werden, präsentierte.

Kunst zum Anfassen gab es beim Stand von Layali Alawad. Die Künstlerin aus Syrien hat in ihrem Heimatland bildende Kunst studiert und möchte nun in Aachen noch ihren Master machen. Mit Acryl-, Öl- und Linolfarben schafft die 28-Jährige Monotypien: Indem sie auf Glas malt und das Werk dann auf saugfähiges Papier druckt, entstehen mit diesem Verfahren einzigartige Unikate. In dieser Drucktechnik durften sich die Besucher der „ARTigkeiten“ selbst ausprobieren.

Handwerkliches war bei Susanne Anemüller zu finden: Die Kunsthandwerkerin schweißt und verarbeitet Stahl zu Möbelstücken wie Stühle, außerdem schmückten ihre metallischen Kerzenständer und Windspiele den Skulpturengarten. Hanne Effenberg präsentierte allen Kunstbegeisterten ihr Konzept „Aus alt mach neu“. So zauberte die 63-Jährige zum Beispiel aus alten Sammeltassen ein Etagere für die Kekse.

Diese Idee gefiel auch Angelika Beckers: „Ich habe selbst mal aus einer alten Sammeltasse etwas Neues gemacht, nämlich Blumen mit Erde hineingepflanzt und dann verschenkt“, sagt die Besucherin der Ausstellung aus Alsdorf.

Praktisches für den besten Freund des Menschen hatten Barbara Becker und Daniela Ludwig in petto: Bei den Künstlerinnen konnten alle Interessierten Hundepfeifenbänder erwerben. „Ich habe selbst Labrador-Retriever und diese Hunde werden im Training mit Pfeifen trainiert“, erläutert Becker. Damit die Pfeifen nicht an einer langweiligen Schnur um den Hals getragen werden müssen, haben sich die Künstlerinnen etwas einfallen lassen: Ihre Pfeifen befinden sich an Schmuckbändern mit Perlen, sodass der Gebrauchsgegenstand in eine Kette integriert wird.

Etwas zum Rätseln gab Katja Mummert den Besuchern auf: Die Künstlerin aus Aachen, die Fotos von Menschen, Fischen und Blumen auf Folie druckt und dann in große Flaschen eingekorkt, verrät nicht, woraus die Flüssigkeit in den Flaschen besteht. Denn das „Betriebsgeheimnis“ sorge dafür, dass die Kunstwerke nicht grün werden und keine Algen entstehen.

(mepo)
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