Art Tour de Stolberg begeistert Besucher mit verschiedenen Kunstwerken

„Art Tour de Stolberg“ : Die mit Kunstwerken gepflasterte Kupferstadt erstrahlt in voller Pracht

„Der Weg ist das Ziel.“ Auch wenn Konfuzius mit diesem Satz wohl nicht die zehnte „Art Tour de Stolberg“ gemeint hat, so beschreibt er dennoch das, was Kunstinteressierte am Wochenende in der Kupferstadt erleben durften.

Zwischen Zweifall und der Atsch konnten Besucher an 21 Stationen einen eindrucksvollen Blick in Ateliers und Galerien werfen, wobei die Kunstwerke genauso facettenreich waren wie die Orte an denen sie präsentiert wurden. In der Vichter Pfarrkirche beispielsweise, die erstmalig Teil der Kunstausfahrt war, konnte man neben einigen Bildern, die allesamt das Wasser thematisierten das imposante, großformatige Ölbild „Auf dem Wasser blüht der Mond“ des in Kornelimünster wirkenden Malers Rainer Bauer bewundern, im „Museum in der Torburg“ im Schatten der Burg waren attraktive Holz-Skulpturen des Wahl-Stolbergers Peter Lidak zu sehen und in der Dorffer Kunstscheune fand man in rustikalem Ambiente die interessanten Werke von gleich drei Künstlern.

Den Außenbereich dominierten hier die Exponate des Gastkünstlers Sascha Steil, der aus rostigem Eisen, Holz und Stein wetterfeste Skulpturen fertigt, während sich Daniela Althoff in ihren Bildern mit Hilfe intensiver Farben oftmals mit den Beziehungen Mensch zu Mensch und Mensch zu Natur auseinandersetzt. Manfred Sponsel beeindruckte mit Skulpturen, abstrakten Werken und vielfältiger Malerei.

Nicht nur in Sachen künstlerischer Vielfalt hatte die Tour für jeden etwas zu bieten. Auch die Art wie man die Tour bewältige, ließ Variationen offen. Wollte man sich ausschließlich zu Fuß fortbewegen so waren die Orte innerhalb der Stolberger Innenstadt wohl am interessantesten. Die Strecke zwischen dem Kupferhof an der Rathausstraße mit Bildern von Georg Theegarten über den Steinweg, mit „Panta Rhei Art“ und den Präsentationen in der Gaststätte „Beer O’Clock“ bis hin zu den romantischen Gassen der Altstadt konnte man problemlos zu Fuß bewältigen, um dann dort noch weitere Etappenziele, wie das Museum Torburg, die Burg-Galerie oder den Kunsthandwerkerhof, zu erkunden.

Kunstwerkstatt 2-Fall: Blick auf die Ausstellung Enthüllungen - 13 Mäntel von Gerda Zuleger-Mertens. Foto: Antje Buchbinder

Die Finkenberggasse mit der Finkenbergkirche, dem Bert Stollenwerk-Haus und dem Atelier Kamphausen bot gleich drei interessante Anlaufpunkte. Wegen der doch noch sehr niedrigen Temperaturen hatte Marion Kamphausen in ihren Ausstellungsräumen fleißig den Ofen angeheizt, so dass hier nicht nur die interessanten Bilder zum Verweilen einluden. Dieter Jansen hatte die Finissage der Ausstellung seiner Künstler Christiane Thevis-Josten und Tilmann Josten, die bis dato in der Pop-up-Galerie KURARO im Aachener Rosviertel zu sehen waren, ins Bert Stollenwerk-Haus verlegt und der Kunsttour damit ein weiteres Bonbon hinzugefügt.

Spazierte man anschließend in dieser Richtung weiter, erreichte man am Hammerberg das „Atelierhaus & Skulpturengarten“ von Birgit Engelen, Mitorganisatorin der „Art Tour de Stolberg“, wo erstmalig sechs Künstler ihr Schaffen präsentierten, das sich zudem nicht nur auf die visuelle Kunst beschränkte, sondern durch Zusatzaktionen wie die Lesungen der Objektkeramikerin Gisela Stotzka aus ihren „Kürzestgeschichten“ bereichert wurde.

Ein Blick auf die Fensterbank des Ateliers "AninA" Marita Cujai am Kunsthandwerkermarkt. Foto: Antje Buchbinder

Wollte man Stationen, die in den Stolberger Stadtteilen zu finden waren, erreichen, war es sinnvoll auf ein anderes Fortbewegungsmittel als die eigenen Füße zurückzugreifen. Aber es lohnte sich! So konnte man in der Kunstwerkstatt 2-Fall die Ausstellung von Gerda Zuleger „Enthüllungen - 13 Mäntel“ bewundern, die zuvor auch schon in der Aula Carolina zu Gast war und sich mit den „Bemäntelungen und Enthüllungen menschlicher Zustände“ auseinandersetzt.

Beeindruckend ist neben den dreizehn Objekten das übergroße Gemälde, das sich mit dem „letzten Mantel“ beschäftigt. Neben der Innenstadt präsentierte sich Breinig mit sechs Stationen als weiterer Baustein des „Stolberger Kunstmekkas“. Von Skulpturen über Keramik bis zu Schmuck konnte man hier vielerlei Interessantes entdecken. In der Galerie Pitz, wo unter anderem Bilder von Otto Waalkes, Frank Zander und Udo Lindenberg zu sehen waren, verriet Ludwig Pitz schmunzelnd: „Nächstes Jahr feiern wir 40-jähriges Bestehen. Da planen wir etwas Besonderes….“

Das "Museum am Torbogen" lädt ein. Foto: Antje Buchbinder

Ob vielleicht einer der Künstler dann in Breinig zu Gast sein wird? Wer weiß. Für die „Art Tour de Stolberg 2019“ konnte Organisator Karl-Heinz Oedekoven die „Königliche Harmonie Hergenrath“ unter der Leitung von Rainer Hilger gewinnen, die im großen Saal des Museums Zinkhütter Hof mit einem Frühjahrskonzert unterhielten.

(abu)
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