Sanierung Friedhofsmauer Zweifall: An einem Dach scheiden sich noch die Geister

Sanierung Friedhofsmauer Zweifall : An einem Dach scheiden sich noch die Geister

Es hat weder etwas mit einem Kulturkampf zu tun, noch muss ein Konkordat neu abgeschlossen werden. Kirche und Staat bemühen sich, aufkeimende Wogen zu glätten und sind auf der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung. Das betonen sowohl Engelbert Gey wie auch Michael Schlaeger, der Vertreter der Unteren Denkmalbehörde bei der Kupferstadt und der Kirchbaumeister der Evanglischen Kirchengemeinde Zweifall-Kornelimünster.

Im Grunde genommen, geht es nur darum Altes zu bewahren. Über das Wie bestehen noch unterschiedliche Ansichten. Als im Jahre 1575 die Evangelische Kirchengemeinde Zweifall gegründet wurde, war die Reformation noch in vollem Gange. 1683/84 wurde an der Apfelhofstraße eine der ältesten evangelischen Kirchen des Rheinlandes errichtet. Die Jahreszahl 1706 ziert das Eingangsportal des gegenüberliegenden evangelischen Friedhofs. 1964 wurden die hälftigen Pflichten zur Unterhaltung zwischen Kupferstadt und Kirchengemeinde vertraglich geregelt. Und 1987 wird der Friedhof in die Denkmalliste eingetragen.

In den vergangenen Monaten ist offensichtlich, dass das Eingangsportal sanierungsbedürftig ist. Die Stadt packt die Sache an und staunt darüber, dass das kleine Walmdach über dem Portal desolat ist und nur noch so auf dem Mauerwerk aufliegt. „Das haben wir aus Gründen der Verkehrssicherung erst einmal herunter genommen“, berichtet Engelbert Gey. In der Engstelle der schmalen Apfelhofstraße seien offensichtlich mehrfach Müllfahrzeuge und andere Lastwagen gegen das Dach gefahren.

Der Unteren Denkmalbehörde schwebt nun vor, auf das Walmdach zu verzichten. Denn: Das Dach ist gar nicht in den Denkmalunterlagen erwähnt. Und neuerliche Unfälle mit Müllfahrzeugen will man vorbeugen. „Wir bevorzugen im Moment eine waagrechte Abdeckung mit Natursteinplatten“, sagt Gey. Aber das Presbyterium hat Beratungsbedarf angemeldet. Mit ihm will die Behörde sich für die weiteren Arbeiten abstimmen. Sie sind derzeit unterbrochen.

„Wir möchten ein Einvernehmen mit der Stadt erzielen“; berichtet Michael Schlaeger. Und die Kirchengemeinde bevorzugt wieder ein Dach als Abdeckung, „das aber nicht so groß werden muss wie das alte.“ Auf seiner Sitzung am Dienstag hat das Presbyterium erst einmal einen Arbeitskreis rund um den Kirchbaumeister gebildet, „der nun erstmals tagt“; berichtet Schlaeger. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll ein erstes Abstimmungsgespräch mit der Stadt erfolgen. Die Sanierung des Friedhofportals wird natürlich begrüßt, aber durch die vorher nicht abgestimmten Bauarbeiten sehe sich die Kirchengemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt. Nun sind beide Seiten auf der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung.

So sah das Eingangsportal während der letzten Jahre aus. Foto: Friedel Röhl