An der Büsbacher Haltestelle gibt es Probleme

Barrierefreiheit : Ein- und Ausstieg an Büsbacher Haltestelle ist ein großes Problem

Eigentlich nutzen Maria Rösseler und ihre Freundinnen den Bus der Linie 25 gerne. Schließlich fährt dieser nicht nur von Stolberg ins benachbarte Aachen, sondern sogar ins niederländsiche Vaals. Allerdings wird die Fahrt für Maria Rösseler und ihre Freundinnen immer wieder zur Tortur. Vor allem wenn sie an der Haltestelle „Büsbach Kirche“ einsteigen wollen, denn dort kommen gleich mehrere Probleme zusammen. Aus diesem Grund fordern die Damen nun, dass sich an dieser Haltestelle dringend etwas tun muss.

Das Problem: Sind die Frauen mit einem Rollator unterwegs, ist das Ein- und Aussteigen kaum möglich. An der vordersten Türe des Busses geht dieses – aus Platzgründen – grundsätzlich nicht. Da der Bordstein so niedrig ist, sei ein barrierefreier Ein- und Ausstieg trotz Absenkung des Busses oder einer ausklappbaren Rampe oft nicht möglich.

Das kann Paul Heesel, Pressesprecher der Aseag bestätigen. Das Unternehmen und seine Partner seien mit sogenannten Niedrigflurbussen unterwegs. So bezeichnet man Fahrzeuge – vor allem im Öffentlichen Nahverkehr – mit besonders tiefliegenden Böden oder Fluren im Innenraum. So soll Fahrgästen mit Behinderung oder mit altersbedingten Einschränkungen sowie Personen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen die barrierefreie Nutzung erleichtert werden – eigentlich. „Trotzdem spielt die Höhe des Bordsteins eine Rolle“, sagt Heesel.

Sei dieser zu niedrig, könne die Steigung trotz Rampe für Menschen mit Rollatoren zu groß sein und so das Ein- und Aussteigen erschweren. Maria Rössler und ihre Mitstreiterinnen haben in der Vergangenheit zudem immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass dies nur klappt, wenn auch andere Fahrgäste mit anpacken. Selbstverständlich sei dies oft jedoch nicht.

Ein besseres Beispiel ist die Haltestelle „Büsbach Markt“. Allerdings nur, wenn die Fahrer auch nah genug am Hochbord halten. Foto: ZVA/Sonja Essers

Doch wie könnte eine Lösung für das Problem aussehen? Der Wunsch der Damen: ein Hochbord – also ein höherer Bordstein, der in der Regel zwischen zehn und 15 Zentimetern hoch ist. Erst im Jahr 2016 wurde die nur wenige hundert Meter entfernte Haltestelle „Büsbach Markt“ barrierefrei umgebaut – Hochbord inklusive. Wäre diese Lösung auch für die Haltestelle „Büsbach Kirche“ vorstellbar? Wohl eher nicht. Schließlich befindet sich direkt neben der Haltestelle die Einfahrt zum Parkplatz für Kirchenbesucher.

Die Umsetzung eines durchlaufenden Hochbords dürfte sich also als schwierig gestalten, meinte Siegfried Pietz, Ratsmitglied und Leiter der CDU-Arbeitsgruppe Einzelhandel, Stadtentwicklung und Verkehr. Gemeinsam mit Andreas Dovern schaute er sich die Situation vor Ort an. Auch eine Verlegung der Bushaltestelle könnte aufgrund von Platzmangel zum Problem werden.

Investition reicht nicht aus

An der Haltestelle „Büsbach Markt“ sieht die Welt ein wenig anders aus. Dort funktioniere das Ein- und Aussteigen aufgrund des Hochbords besser. Vorausgesetzt die Busfahrer fahren nah genug an die Haltestelle ran. Ein Thema, das in Büsbach nicht unbekannt ist. Ebenfalls 2016 umgebaut wurde in Büsbach die Haltestelle „Aachener Straße“ in Fahrtrichtung Kirche. Die Praxis zeigte schnell, dass die an dieser Stelle investierten 15.000 Euro nicht ausreichten, um den öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei zu gestalten. Im Gegenteil. Die Situation verschlimmerte sich. Denn: Die Fahrgäste mussten zwischen Busstufe und Hochbord gleich zwei hohe Kanten überwinden.

Und: Je näher der Linienbus am Bürgersteig stand, desto gefährlicher wurde das Ein- und Aussteigen. Aber es konnten auch schon einmal 1,50 Meter Entfernung sein. Denn passgenau, wie eigentlich gedacht, konnten die Busse — und erst recht Gelenkbusse — die Haltestelle gar nicht anfahren. Sie liegt nämlich in einer leichten Linkskurve, gleich nachdem der Omnibus von der Aachener Straße aus um die Kurve in die Konrad-Adenauer-Straße eingebogen war.

Geändert hat sich an der Situation bisher noch nichts. Nun hoffen Maria Rösseler und ihre Mitstreiterinnen darauf, dass sich die Situation vor der Büsbacher Kirche verbessert. Damit das Busfahren für sie wieder zur Freude wird.

Entsprechende Planungen seien bisher noch nicht vorgesehen, sagt Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Werden Bushaltestellen in Stolberg – im Rahmen von Straßenarbeiten – neu gebaut, würden diese automatisch barrierefrei ausgestattet sein, so Röhm. Die weiteren Bushaltestellen in Stolberg würden dnn sukzessive umgerüstet. Allerdings wolle er das Thema aufgreifen und mit der Aseag entsprechend Rücksprache halten, damit sich die Situation vor Ort ändert, so Tobias Röhm.