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Fotorätsel in Zweifall: Alter Schulhof wird zur ansprechend gestalteten Platzanlage

Fotorätsel in Zweifall : Alter Schulhof wird zur ansprechend gestalteten Platzanlage

In Zweifall ist viel bewegt worden. Im „Huck“ und auf dem alten Schulhof ist die Mitte des Ortes neu gestaltet worden. Als alten Schulhof bezeichnet die Bevölkerung den kleinen Platz an der Ecke Jägerhaus-/Döllscheidter-/Tannenbergstraße: alter Schulhof deswegen, weil am Platzrand ein Schulgebäude liegt, dessen Kern aus dem späten 19. Jahrhundert stammt.

In diesem Bereich befindet sich der Lauf des Hasselbachs. Bisher überbrückt, wurde er kürzlich in einer aufwändigen Baumaßnahme wieder ans Tageslicht geholt: Das Ergebnis ist in Zweifalls Ortsmitte eine ansprechend gestaltete Platzanlage, die mit Bänken ausgestattet, vom Hasselbach gequert wird.

Der rund zehn Kilometer lange Hasselbach, der an der Straße „Münsterau“ in die Vicht mündet, entspringt 800 Meter unterhalb der Domäne Lammersdorf auf Simmerather Gemeindegebiet: Die Domäne Lammersdorf besteht aus  einigen für die Landwirtschaft genutzten Gehöften und seit jüngerer Zeit dem Windpark. Gequert wird der Hasselbach im Naturschutzgebiet „Zweifaller und Rotter Wald“ vom 1920 entstandenen „Hasselbachgraben“, der ein Wasserzufluss der Roetgener Dreilägerbachtalsperre ist und eine Länge von rund acht Kilometern aufweisen kann.

Der Kern des Schulgebäudes am Rand des Zweifaller Platzes ist 1871/72 entstanden. Damals hatte die Gemeinde Zweifall gleich zwei Schulgebäude in Auftrag gegeben: ein evangelisches Schulhaus an der Apfelhofstraße (heute evangelisches Gemeindehaus) und ein katholisches an der eingangs beschriebenen Ecke. Die Pläne der beiden Schulbauten hatte der Eupener Kreisbaumeister Poschen angefertigt. Beim Bau der beiden Schulgebäude kamen örtliche Handwerker und Unternehmer wie der Holzhändler und Gemeindevorsteher Peter Krings und der Holzhändler und Müller Theodor Lennartz zum Zuge. Die katholische Schule in der Ortsmitte wurde im Jahr 1900 erweitert: Östlich wurde giebelständig ein Anbau errichtet.

Der alte Schulhof war oftmals Schauplatz für Veranstaltungen. Unter anderem war dort bis in die 1970er Jahre hinein die jährliche Kirmes beheimatet. Diese wurde später auf den Schulhof der 1964 errichteten Zentralschule an der Kornbendstraße in der Gemarkung Steinbend verlegt: heute Gemeinschaftsgrundschule. Aber dort konnte sich die Kirmes bis zu ihrer endgültigen Einstellung nur wenige Jahre halten.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Schule an der Kornbendstraße im Jahr 1964 wurde das aus dem 19. Jahrhundert stammende Schulhaus an der Ecke Jägerhaus-/Döllscheidter Straße geschlossen. Seitdem wird es als Wohnhaus genutzt.

Dieses Schulgebäude  war nicht das erste katholische Schulhaus in der langen Tradition des Zweifaller Schulwesens. Schon im 18. Jahrhundert hatte das Wohnhaus des Küsters an der Döllscheidter Straße als Unterrichtsstätte gedient: Seit 1778 war dort unter anderem der Lehrer und Küster Bertram Gülden tätig. 1836 wurde im klassizistischen Stil ein neues Schulgebäude errichtet: Standort für das neue Schulhaus war der als „Huck“ bezeichnete Bereich an der Hellebendstraße. Dieses ehemalige Schulgebäude dient heute als Kindergarten.