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Stolberg: Akzeptable Lösungen für den Sport

Stolberg : Akzeptable Lösungen für den Sport

Deutlicher hätte der Vertrauensbeweis nicht ausfallen können: Ohne Gegenstimme haben die Mitglieder des Stadtsportverbandes Günther Severens für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt.

Mit unserem Redakteur Michael Grobusch hat der alte und neue Vorsitzende über seine Arbeit für den Sport und die Situation der Vereine in der Kupferstadt gesprochen.

Michael Grobusch: Die Umstände ihrer Wiederwahl lassen darauf schließen, dass sie sich im Kreise der Sportler einer großen Beliebtheit und Unterstützung erfreuen. Wie gehen Sie mit einem solchen Bonus um?
Günther Severens: Ich bin sicher nicht unfehlbar, kann aber von mir behaupten, dass ich mich mit all meinen Kräften für den Sport einsetze. Das Amt des Stadtsporverbands-Vorsitzenden ist mit viel Arbeit und einer großen Verantwortung verbunden. Die Mitglieder sind offensichtlich der Meinung, dass ich beiden Herausforderungen in ihrem Sinne gerecht geworden bin.

Grobusch: Sie waren bereits von 1996 bis 1998 einmal Vorsitzender, haben dieses Amt dann aber an Gottfried Hennig weitergegeben. Aus welchem Grund?
Severens: Das hatte mit dem Sport gar nichts zu tun. Da ich meine Dienststelle in Köln hatte, konnte ich viele Dinge nicht vor Ort regeln. Unter diesen Umständen machte der Vorsitz keinen Sinn mehr.

Grobusch: Und warum sind Sie dann 2002 wieder angetreten?
Severens: Zum einen war ich mittlerweile nach Aachen versetzt worden. Zum anderen gab es gewisse Unstimmigkeiten im Vorstand, die einen neuerlichen Wechsel sinnvoll erscheinen ließen.

Grobusch: Der neue Bürgermeister Ferdi Gatzweiler nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um Ihnen die enorme Bedeutung Ihrer Arbeit und die der Vereine zu bescheinigen. Welche praktische Konsequenz erwarten Sie aus dieser Wertschätzung?
Severens: Dass die ursprünglichen Pläne für die finanzielle Belastung der Vereine nicht tragbar waren, hat die CDU als Initiatorin ja selber noch eingesehen und sie deshalb zurückgezogen. Ich erwarte von Ferdi Gatzweiler keine Wunder, wohl aber, dass er Verständnis für uns aufbringt und sich in unsere Situation versetzt.

Grobusch: Alleine mit Verständnis lässt sich das riesige Loch im städtischen Haushalt aber nicht stopfen.
Severens: Ich bin mir durchaus bewusst, dass auch die Sportler ihren Teil zur Konsolidierung beitragen müssen. Mit der angestrebten Übernahme von Pflege- und Reparaturarbeiten deutet sich eine für den Sport akzeptable Lösung an.

Grobusch: Die betrifft aber nur die Nutzer von Sportplätzen. Was geschieht mit den Hallensportlern?
Severens: Wir müssen jetzt zunächst eine vertragliche Basis für die Sportplätze schaffen. Danach widmen wir uns den Hallen. Auch hier ist eine Beteiligung der Vereine denkbar, etwa die Übernahme der Reinigung von Halle und Umkleidekabinen. Darüber müssen wir mit den Vereinen und der Stadt im nächsten Jahr in aller Ruhe sprechen.

Grobusch: In der neuen Legislaturperiode gibt es einen eigenen Sportausschuss. Das wird Sie sicherlich freuen.
Severens: Allerdings. Im bisherigen Ausschuss war der Sport häufig von Schulthemen überlagert. Jetzt wird der Bedeutung des Sports mehr Rechnung getragen, und das ist gut so.

Grobusch: Sie sprachen von Schulen. Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit den offenen Ganztagsgrundschulen?
Severens: Bestens. Wir haben mit den mittlerweile drei Einrichtungen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Grobusch: Es ist also keine Rede mehr von der befürchteten Konkurrenzsituation?
Severens: Nein. Dadurch, dass wir als Koordinator und Vermittler auftreten, hat sich dieses potenzielle Problem erledigt.

Grobusch: Ein Problem ist für Sie aber noch die Bezahlung der Übungsleiter.
Severens: Zumindest in einigen Fällen. Es kann nicht sein, dass hoch qualifizierte Übungsleiter einen Stundensatz erhalten, der weit unter dem der Kollegen aus anderen Bereichen, etwa Kunst oder Musik, liegt. Qualität hat auch ihren Preis, und der muss auch bezahlt werden.

Grobusch: Durch die Arbeit in den Schulen bietet sich den Vereinen die Gelegenheit, die eigene Nachwuchsarbeit zu verbessern. Wie ist es um die sportliche Jugend bestellt?
Severens: Was den Breitensport angeht, sehr gut. Probleme gibt es im Leistungsbereich, was vor allem im Fußball zu spüren ist. Hier fehlt es an der ausreichenden Zahl von Nachwuchsspielern, was viele Vereine zu einer Kooperation mit anderen Klubs zwingt. Wo die Quantität fehlt, leidet auch die Qualität. Dessen müssen sich vor allem die Vereine bewusst sein, die meinen, ohne eine Jugendabteilung auskommen zu können.