Stolberg: Aktionstag des TC Blau-Weiß: Schnupper-Training für Jung und Alt

Stolberg: Aktionstag des TC Blau-Weiß: Schnupper-Training für Jung und Alt

„Jaaaa! Das war toll!“, strahlt Vincent. Der Fünfjährige hat mit seinen Schwestern Valerie (8) und Vanessa (14) soeben seine ersten Schritte auf der roten Asche mit dem leichten gelb-roten Filzball absolviert. Axel Braunsdorf führt die „Schnupper-Kinder“ an die ersten Grundlagen des weißen Sports heran.

Beim Aktionstag des TC Blau-Weiß im Vorfeld der „1\. Stolberg Open“, die vom kommenden Samstag an auf der Anlage mit sieben Plätzen am Hammerberg ein wenig Flair vom Pariser Roland-Garros-Turnier in die Kupferstadt bringt.

„Ihr müsst zuerst ein Gefühl für Ball und Schläger bekommen“, erklärt der professionelle Trainer mit der DTB-B-Lizenz, warum die Geschwister nicht einfach erst damit beginnen sollen, den Ball mit dem Schläger über das Netz zu befördern, das Vincent und Vanessa soeben überblicken können. Zum Schnuppern bietet Braunsdorf erst einmal ein paar Übungen mit dem Ball, wie man den Schläger richtig halten sollte und wie man dann in der Tat die Filzkugel über das Geflecht befördert. Und siehe da, sahen die ersten Kontakte mit der Tenniswelt noch etwas linkisch aus, so legt sich das ein paar Minuten später schon. Talent scheint in den jungen Spielern zu schlummern, als sie am Ende zu einem kleinen Match aufschlagen.

Während Vincent sein Ballgefühl noch strahlend als großen Spaß aufnimmt, scheint Vanessa schon ein wenig infiziert zu sein. Sie möchte jedenfalls in jedem Fall noch einmal spielen.

Ballett oder ein wenig Fußball sind bisher die Kontakte der Geschwister zur facettenreichen Welt des Sports gewesen. Heute wird die Gelegenheit genutzt, die der Traditionsverein allen Interessierten bietet. Auf dem benachbarten Platz sind es beispielsweise Deborah Andres und Karin Held, die das Angebot wahrnehmen. Erstere hat noch nie Tennis gespielt. „Da habe ich die Gelegenheit genutzt“, bekundet sie, einen Kursus den ersten Erfahrungen folgen zu lassen.

Karin Held hat dagegen 20 Jahre lang nicht mehr gegen den Ball geschlagen. Kind, Beruf, Alltag haben sie dem Court fern gehalten. „Aber die Faszination ist nicht verloren gegangen“, sagt sie ein wenig kleinlaut. „Bis zur Rente sind ja noch ein paar Jahre, aber ich möchte auf alle Fälle wieder spielen.“ Ein Ziel des TC Blau-Weiß ist an diesem sonnigen Tag erreicht; neue und alte Spieler haben Interesse gefunden, und vielleicht werden sie demnächst das Potenzial der rund 280 Mitglieder erhöhen.

Das Schnuppertraining ist nur ein Teil des breiten Angebotes, mit dem der Club gegen das nach den goldenen Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf nachlassende Interesse an Tennis angehen möchte. Der Aktionstag dient auch dazu, Besuchern Einblicke in die Infrastruktur der Anlage am Hammerberg ebenso zu geben wie die Menschen kennen zu lernen, die im Club ihrem Sport nachgehen. Das ist auch ein gutes Stück Imagearbeit gegen so manches Vorurteil.

Bei Grillkotelett und -Wurst, gekühlten Getränken und Kaffee und Kuchen wird geplaudert, und von der Terrasse des Clubheims sowie den Platzseiten gewinnen Gäste und Mitglieder Einblicke in Training, Demonstrations-Spielen und harte Matches. Die Tennisschulen-Trainer Sarah Gronert, Sebastian Stühlen, Markus Robioneck, Claudius Spirat, Bastian Frings, Axel Braunsdorf und Theo Schwieren beleuchten eindrucksvoll und umfassend viele Seiten des Sports — angefangen vom leichten Aufwärm- oder Doppel-Training über Übungen, bei denen beispielsweise mittels einer Strickleiter kurze Schritte einstudiert werden, bis hin zu einigen „heißen Partien“ auf dem zentralen Court. „Ganz schön flott“, kommentieren die Besucher die Vorstellung des Teams, dessen Mitglieder sich allesamt in höchste Leistungsklassen vorgespielt haben. Und Blau-Weiß-Vizepräsident Udo Chantré merkt nicht ohne Stolz an, dass „mehr als die Hälfte für unseren Verein spielen.“

Der hatte auch alle Sponsoren der „1\. Stolberg Open“ auf den Hammerberg eingeladen, um vor Turnierbeginn schon einmal Dank für die großzügige Unterstützung zu sagen. „Die Vorbereitungen für das Turnier sind wirklich gut gelaufen“, freut sich auch Sportwart Jürgen Sonnen. Sachverwalter Helmut Braun hat mit seinen Helfern dafür gesorgt, dass sich die Anlage bestens präsentiert, und dank Jochen Nagelschmidt gewähren viele neue Schilder im blau-grünen Stolberg-Open-Design einen gelungenen Überblick über Sponsoren, Plätze und die jeweiligen Begegnungen. „Es sieht gut aus“, freut sich auch Cantré über die Resonanz unter den Spielern. Zur Premiere werden wohl rund 100 Akteure auf dem Hammerberg gegen den Ball schlagen.