Stolberg: Aktion punktet wieder mit enormer Vielfalt

Stolberg: Aktion punktet wieder mit enormer Vielfalt

Nicht der Weg ist das Ziel gewesen, sondern eindeutig die Kunst. Dennoch spielte der Weg von einem Kunst(h)ort zum anderen keine völlig untergeordnete Rolle.

Viele auswärtige Besucher, die man häufig an den farbigen Flyern in der Hand erkennen konnte, erfreuten sich am Sonntag an der Schönheit der Stolberger Altstadt mit ihren pittoresken Häusern, malerischen kleinen Gassen, den Kirchen und der Burg. Immer wieder wurden bei „Kunst auf dem Weg“ Kameras und Handys bemüht, um das Flair der attraktiven Seite der Kupferstadt im Foto festzuhalten.

Skulpturen und Malerei von Ernesto Marques waren neben traditionellem Handwerk und mehr im Museum in der Torburg zu sehen.

Bemüht wurden mitunter zwar auch Schirme, da das Wetter sich nicht den ganzen Tag über von seiner freundlichsten Seite zeigte, aber die Besucher der Kunstaktion in der und um die Altstadt wurden an neun teils außergewöhnlichen Stationen ausgiebig entschädigt.

Der Kupferhof Rose am Alter Markt war mit seinem lauschigen Ambiente wieder ein Anziehungspunkt bei „Kunst auf dem Weg“.

Beginnen konnte der Kunstspaziergang zum Beispiel im Atelierhaus von Karin Lynen an der Ritzefeldstraße, wo fünf Künstler ihre Werke ausstellten. Dort traf Malerei auf Fotografie, faszinierend fein gearbeitete Installationen und Schmuck — erste Vorboten der Qualität und der enormen Vielfalt, die „Kunst auf dem Weg“ bei seiner fünften Auflage zu bieten hatte. Mehr als 30 Künstler waren mit diversen Techniken und Materialien, zwei- und dreidimensional vertreten; das breitgefächerte Kunsterlebnis wurde durch Literatur, Musik, Architektur und Geschichte ergänzt.

Installationen und alte Stolberger Geschichten standen in der Vo­gel­sang­kirche im Fokus des Interesses zahlreicher Besucher.

In der Burg-Galerie etwa zeigte Stolberg mit der aktuellen „Artibus“-Ausstellung und Exponaten von sieben Künstlern Gesicht, und das Museum in der Torburg lockte mit Skulpturen und Malerei von Ernesto Marques.

Fotokunst, Papierobjekte und Schmuck lockten viele Kunstfreunde in die Finkenbergkirche, in der das Saxofon-Duo Daniel Imiela und David Bartusel zudem mit zwei Konzerten unterhielt.

Zum ersten Mal bei dem Kunstprojekt war auch die Vogel­sangkirche ein Schauplatz, und zwar ein ganz besonderer. Zu den dort gezeigten Installationen gesellte sich spezielle Stolberger Literatur. Katja Knospe und Tina Sous hatten im Vorfeld alte „Vogelsang-Geschichten“ gesammelt, die nun im ansprechenden Ambiente zu hören waren.

„Die Idee dazu entstand in den letzten Jahren. Bei ,Kunst auf dem Weg‘ kommt man ins Gespräch, und einige Ur-Stolberger haben uns manche alte Geschichte erzählt, die wir jetzt mit den Besuchern teilen wollen“, erklärte Sous. Mehr als 30 Geschichten trugen die Künstlerinnen zusammen, vertonten sie mit verschiedenen Sprechern. So waren jetzt historische Anekdoten und manche Geschichte aus dem Leben, wie etwa Erinnerungen an Straßenkämpfe rivalisierender Banden, gemeinsam oder unter dem Kopfhörer zu genießen.

Als gut frequentierter Anziehungspunkt erwies sich wie gewohnt auch der Kupferhof Rose mit der Bodega. Die Kunstoase in der Altstadt lockte mit Objekten, Malerei, Keramik, Fotografie und Schmuck von vier Ausstellern sowie mit der historischen Druckmanufaktur. Hier kamen auch kulinarische Genüsse nicht zu kurz: Kaffee und ein Kuchenbuffet standen bereit, und Christian Clément verwöhnte mit einem speziellen „Kunst-auf-dem-Weg-Cocktail“.

Der Weg durch die idyllische Finkenberggasse war aus mehreren Gründen lohnenswert: Marion Kamphausen und Anne Hoffmann hatten ihre typischen Altstadthäuser geöffnet und zeigten den Gästen ihre Malerei und Objekte in privatem Rahmen.

An der Finkenbergkirche angekommen, konnten die Besucher um 12 und um 14 Uhr einem Konzert des Saxofon-Duos David Bar­tusel und Daniel Imiela lauschen und ganztägig Plastiken, Papierarbeiten und Fotokunst bestaunen, denn auch hier stellten drei Künstler Werke aus.

Auf dem Weg zur Steinweg-Galerie im Burg-Center, wo Malerei der verstorbenen Künstlerin Janet Brooks Gerloff zu sehen waren, begegneten sich viele einzelne Kunstfreunde, Paare und kleine Grüppchen. Man konnte aber auch auf eine größere Gruppe treffen, die unter dem Motto „Hahn, Schwan und Engel“ an der Drei-Kirchen-Führung der Stolberg-Touristik zu „Kunst auf dem Weg“ teilnahm und Wissenswertes über die Historie und die Architektur von St. Lucia, Vogelsang- und Finkenbergkirche erfuhr.

Wer es bei dem reichhaltigen und facettenreichen Angebot nicht bis zum Atelierhaus und Skulpturengarten am Hammerberg geschafft hat, verpasste eine Kunstsatire-Lesung mit Winfried Rinke, der auch einige Zeichnungen mitgebracht hatte.

Die Gemeinschaftsausstellung mit Skulpturen von Christine Santema sowie Malerei und Zeichnungen von Axel Höptner, Susanne Jungbecker und Birgit Engelen ist noch zwei Wochen lang — bis Sonntag, 8. September, — am Hammerberg zu sehen Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr.

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