Adventkonzert der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft

Adventkonzert der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft: Am Schluss mit Applaus überschüttet

Wer zu den Menschen gehört, für die die Vorfreude auf Weihnachten die schönste Freude ist, der hatte am Sonntagnachmittag mit seiner Entscheidung für den Besuch des Adventkonzertes der Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft die richtige Wahl getroffen.

Der Zauber dieser Zeit hatte sich in St. Franziskus breit gemacht. Denn die Auswahl der besinnlichen Stücke, verpackt in erfrischende Blasorchester-Arrangements, hielt zum Innehalten an und bescherte den Zuhörern einen kurzweiligen und unterhaltsamen Hörgenuss.

Verstärkt von einigen Mitgliedern aus dem großen Orchester startete das Jugendorchester „Just Music“ unter Leitung von Markus Plum mit modernen weihnachtlichen Liedern aus dem englischsprachigen Raum. Beginnend mit dem Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ über das „Red-Nosed Raindeer Rudolph“ bis hin zu einer Version von „Adeste Fideles“ mit den herrlichen Gitarrenklängen lieferten jungen Leute eindrucksvolle Interpretationen. Louis Wilhelmus führte den Taktstock beim großen Blasorchester, das mit der „Fanfare Royale“ seinen Part majestätisch und festlich eröffnete.

Mit „Adventum“ erinnerten die Musiker an den kommenden Emanuel, mit dem „St.-Florian-Choral“ an Anton Bruckner, das Vorbild für den Komponisten Thomas Doss, was die Stolberger Musiker vorbildlich umsetzten.

Das nächste Highlight war Großvaters ganz spezielle Nacht vor Weihnachten, als der Weihnachtsmann kam. Den englischen Text von Clement Clarke Moore hatte Erich Kästner 1947 ins Deutsche übersetzt. In St. Franziskus war der Großvater allerdings eine Großmutter, nämlich Schauspielerin und Regisseurin Karin Graf, die den Text im Wechsel mit der Musik von Jack Bulloc emotional sprach.

Nach dem „Abendsegen“ aus Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck und Leonard Cohens „Halleluja“ trat der Chor „aCcanto“ aus Aachen auf, dessen Geburtsstunde im September 1992 liegt. Chorleiterin ist die Estin Elo Tammsalu, eine Opernsängerin, die in Aachen und Bonn zu hören war, aber deren Liebe diversen Aachener Chören gilt. Aus ihrem Repertoire, das ein bisschen neben dem üblichen Chorprogramm liegt, wie es der Name „daneben“ schon sagt, sangen sie zunächst ein estnisches Marienlied, Es folgte die Ballade „Wenn du daran glaubst“, die die klassische Weihnachtsstimmung heraufbeschwört, wie wir sie uns immer wünschen.

Mit dem Blasorchester zusammen gestaltete die energiegeladene Dirigentin „An English Christmas“ von Philip Sparke (Jahrgang 1951). Weihnachten, wie es heute in England gefeiert wird, erklärte Moderator Norbert Steffens, sei eine relativ junge Tradition aus dem 19. Jahrhundert, die der deutsche Ehemann von Königin Victoria mit in seine neue Heimat gebracht habe. Philip Sparke sei es gelungen, eine abwechslungsreiche Sammlung von Liedern aus seiner Heimat zu diesem Weihnachtslieder-Medley zu formen, darunter „God Rest You Merry, Gentlemen“, „I Saw Three Ships“ oder „All Ye Faithful“.

Die Darbietung war der krönende Abschluss, und zurecht wurden die engagierten Musiker und Sänger als auch die Dirigentin mit Applaus überschüttet. Als Zugabe erklang das bekannte deutsche Adventslied „Tochter Zion“, das unter der Stabführung von Louis Wilhelmus mit allen Teilnehmern gesungen wurde.

(mlo)
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