Abschied von Bernd Schellenbach

Handball-Verbandsligist Stolberger SV : Abschied von Bernd Schellenbach

Zwei ersatzgeschwächte Handball-Teams trafen jetzt am Glashütter Weiher in Stolberg in der Herren-Verbandsliga aufeinander, und man konnte gespannt sein, welche Mannschaft besser mit den Rahmenbedingungen zurecht kommen würde.

Die guten Leistungen des Gastes in den vergangenenen Wochen sprachen für die HSG, da der SSV doch sehr schwankend unterwegs war. Der Start gehörte den Gästen, die auf 5:3 vorlegen konnten, da Sidney Rubner traf, oder die Abwehr ihre Zuordnung noch nicht ganz gefunden hatte. Doch nach circa zwölf Minuten wendete sich das Blatt und die SSV-Defensive legte ihre Gegenspieler an die Kette, so dass der HSG in 15 Minuten noch drei Tore gelangen.

Im Gegenzug nahm das Umschaltspiel Fahrt auf, und Stolberg konnte sich bis zur Pause auf 15:9 absetzen. Dabei überzeugten David Schornstein im Tor, die Blockarbeit der Innenverteidiger Schlotterhose/Kilburg und die beiden Außen Kai Frauenrath/Erik Schartmann (2. Mannschaft).

In der 2. Halbzeit setzte sich dann die einseitige Partie fort, die durch die kluge Regie von Tim von der Stein und Sebastian Wolf auch spielerische Qualität hatte. Im Vergleich zu den letzten Wochen war auch die Chancenverwertung effektiver, so dass auch die Angriffsleistung wieder belohnt wurde.

Ab dem 24:12 in der 45. Minute spielten dann beide Teams die Begegnung unspektakulär bis zum 31:20 zu Ende.

Vor den letzten Saisonspielen belegt der SSV nun weiterhin Platz 5 hinter der Phalanx der Reserveteams. Im nächsten Spiel muss der SSV nun am Sonntag, 17. März, um 18 Uhr bei SR Aachen in harzfreier Halle antreten. Man geht davon aus, dass Yannick Töws und Tamino Kleinhöfer dann wieder dabei sein können, wobei bei Felix Richter die Chancen eher schlecht sein werden. Definitiv fehlen wird Bernd Schellenbach, der nach 104 Pflichtspielen seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann. Eine erhöhte Arbeitsbelastung mit späteren Zeiten macht den Weg aus Bornheim, auch noch über Köln, zu einem einigermaßen pünktlichen Training unmöglich.

Schellenbach: „Nach fast vier Jahren kann ich das so nicht mehr umsetzen. Schon vor Weihnachten hatten wir uns darauf verständigt, dass dies meine letzte Saison sein wird. Aber leider schaffe ich es seit Jahresbeginn meistens nur einmal pro Woche, seit März nun gar nicht mehr zeitig. Die Mannschaft benötigt auch gerade im Hinblick auf die neue Spielzeit Kontinuität und einen reibungsfreien Übergang. Daher haben der Vorstand und ich uns freundschaftlich und verständnisvoll auf diese vorzeitige Beendigung verständigt. Nach der intensiven Zeit fällt mir das besonders schwer, wenn man bedenkt, was wir dort insgesamt auf die Beine gestellt haben. Die Jungs werden mir fehlen!"

„Als ich Bernd Schellenbach im Frühjahr 2015 kennenlernte, war mir klar, dass er den Verein ein gutes Stück nach vorne bringen würde“, so Ekki Meurers. „Von unserer Seite bestand der Wunsch, keinen bekannten Kollegen aus dem direkten Aachener Umfeld zu rekrutieren. Nach knapp vier Jahren verlässt uns Bernd nun, unzweifelhaft eine schwere Entscheidung für beide Seiten. Die Mannschaft hat Ihm zu Ehren gegen den Lokalrivalen noch einmal Ihre Stärke zelebriert.“ Fortgesetzt bzw. zu Ende geführt wird die Saison vom Trainer Kollegen Edgard Brülls, der in Belgien Erstligavereine trainiert hat, mit dem BTB große Erfolge erzielen konnte und weit über die Grenzen bekannt ist.

Mit Beginn der Vorbereitung wird ein neues, unverbrauchtes Gesicht den Kommandostand der ersten Mannschaft betreten. Der „neue“ Coach bringt Jugend-Bundesliga und Senioren-Oberligaerfahrung reichlich mit und soll helfen, am gemeinsamen Ziel – der Rückkehr in die Oberliga zu arbeiten. „Auch an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Bernd vom Handballvorstand des Stolberger SV“, schließt Ekki Meurers das erfolgreiche Kapitel.

Für die Begegnung am kommenden Sonntag gegen den Lokalrivalen aus Aachen ist es schwer, Prognosen abzugeben. Sicherlich ist Schwarz-Rot am vergangenen Wochenende ein wichtiger Sieg zum Klassenerhalt gelungen. Schwarz-Rot hat durch die A-Jugend-Spieler Verstärkung erfahren, Stolberg tritt mit dem deutlichen Sieg im Rücken hoffentlich mit breiter Brust auf. Insofern kann man sich am Samstag, 17. März, um 18 Uhr am Berliner Ring auf einen phantastischen Matchday freuen.

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