Stolberg/Eilendorf: A 44: (K)ein Anschluss unter dieser Nummer?

Stolberg/Eilendorf: A 44: (K)ein Anschluss unter dieser Nummer?

Kommt er? Kommt er nicht? Und wann kommt er? Geht es nach dem Bund, erhält der geplante Autobahn-Anschluss Stolberg/Eilendorf an die A 44 Vorfahrt. Geht es nach dem Land, wird ihm erst einmal das Stopp-Schild vor die Nase gehalten.

Grund für die zum Teil völlig unterschiedlichen Auffassungen sind, wie so oft, die Kosten für das Großprojekt, dass insbesondere die Kupferstadt verkehrstechnisch deutlich entlasten soll.

Ob und wann das passieren könnte, steht noch in den sprichwörtlichen Sternen, auch wenn sich zumindest CDU-Bundestagsabgeordneter Helmut Brandt vor Ort zuversichtlich zum weiteren Planungsverlauf äußert: „Für die Anschlussstelle an der A 44 plant der Bund die Linienführung im dritten Quartal 2011.” Heißt: Wenn alles klappt, könnte das Planfestellungsverfahren Ende 2012 abgeschlossen sein und mit dem Bau 2013 begonnen werden. Wenn...

Denn die rot-grüne Landesregierung hat nach Meinung des CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz wenig für den geplanten Bau übrig: So sollen zunächst nur Straßen realisiert werden, die im aktuellen Straßennetz Priorität genießen, die mögliche Zubringer-straße (L 221) zu der neuen Autobahnauffahrt gehört nicht dazu. Im Gegenteil: Ab 2011 sollen dem rot-grünen Koalitionsvertrag zufolge die finanziellen Mittel für Landesstraßen Stück für Stück zugunsten des Straßenerhalts verlagert werden.

Und das Land hat, da es sich im Falle des Autobahnzubringers um Landesstraße handeln würde, hier das letzte Wort. Doch Wirtz hält fest: „Der Autobahnanschluss für Stolberg ist auch und gerade mit Blick auf Camp Astrid lebenswichtig.” Das Industriegebiet sei, so die Meinung beider CDU-Politiker, zwar gut erschlossen, nicht jedoch von aus straßentechnischer Sicht und schon gar nicht für den überregionalen Verkehr.

Helmut Brandt begrüßt einen weiteren Autobahnanschluss aus Stolberger Richtung an die A 4, zwischen dem Kreuz Aachen und Eschweiler: „Beide Verbindungen, an die A 4 und die A 44, sind gleichermaßen zu beachten.” Doch klar sei, dass der Anschluss in Richtung Eilendorf Priorität genieße. „Dieser Bereich wird vom Bund seit zehn Jahren als wichtige Stelle angesehen”, sagt Brand. Denn: Dass Stolberg und seine „Problemkinder” Sebastianusstraße, Cockerillstraße/Buschmühle sowie Eisenbahn- und Würselener Straße verkehrstechnisch eine Entlastung brauchen, steht außer Frage.

Axel Wirtz drückt es so aus: „Die Ortslagen dürfen nicht weiter belastet werden, der Verkehr nicht noch mehr durch die Wohngebiete fließen.” Insbesondere Atsch könne nicht nur weiter be-, sondern müsse bereits während der Baumaßnahmen entlastet werden, fordert Wirtz.

„Stolberg ist die größte der ehemaligen Kreisstädte in der Städteregion mit einer guten Industrie”, sagt Brandt. „Hier muss jetzt gehandelt werden.” Es sei gerade im Hinblick auf Camp Astrid wichtig, dass der Anschluss geschafft wird. „Das muss im Interesse dieser Stadt sein”, so Brandt.

Dass letztlich aber alles vom Land abhängt, wollen die CDU-Abgeordneten nicht verschweigen. Brandt: „Selbst wenn Berlin Ja sagt: Was bringen uns dann Anschlüsse ohne Zubringerstraßen?” Axel Wirtz ist vorsichtig: „Ein positives Signal ist für uns auch im Hinblick auf die Entlastungsstraße L 238n wichtig.”

Bleibt der Anschluss an die A 4: Hier sieht es noch schlechter aus für Stolberg: Zwischen Kreuz Aachen und der Abfahrt Eschweiler-West ist eine weitere Auf- und Abfahrt eher unwahrscheinlich, auch wenn Helmut Brandt sagt: „Man muss der Entwicklung einer Region Rechnung tragen. Der gesamte Aachener Raum weitet sich immer weiter aus, warum sollte man Stolberg diese Chance nehmen, indem man keine vernünftige Verkehrsanbindung herstellt?”

Derzeit würden über eine solche Option und ihre Auswirkungen auf den Verkehr Simulationen erstellt, so Brandt, der „langfristig beide Autobahnanschlüsse” realisiert wissen will. „Auch wenn das Projekt an der A 4 mit Sicherheit länger dauert.”

Doch zunächst bleibt die Frage, ob überhaupt der Anschluss an der A 44 kommt. Und wann. Oder heißt es aus Stolberger Sicht auch weiterhin: A 44 - Kein Anschluss unter dieser Nummer?

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