Stolberg: 50-jährige Weihe: Als Dankeschön wird ein Jahr lang gefeiert

Stolberg: 50-jährige Weihe: Als Dankeschön wird ein Jahr lang gefeiert

Anlässlich der 50-jährigen Weihe der Kirche St. Franziskus hat der Festausschuss um Achim Bettendorf ein ganzjähriges Programm mit vielen Highlights erstellt. Den Anfang macht ein österliches Konzert am morgigen Sonntag mit Angela Buzari (Sopran) und Gunther Antensteiner (Orgel), die ein ansprechendes Programm mit Werken von Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Mozart zusammengestellt haben.

Parallel dazu wird die Bilderausstellung „Sonnengesang von Franz von Assisi“ der Stiftung Peter Paul Jacob Hodiamont eröffnet. Warum die Festlichkeiten auf das ganze Jahr verteilt und auf welche Ereignisse die Besucher sich sonst noch freuen können, hat Achim Bettendorf unserer Mitarbeiterin im Interview verraten.

Wer gehört dem Festausschuss neben Ihnen noch an?

Achim Bettendorf: Das sind meine Frau Inge, Lutz Claer, Willi Kirchhoff, Michael Schulden und Gerd Düppengießer.

Warum geben Sie sich nicht mit einem Wochenende zufrieden, um das Fest zu feiern? Warum alles in St. Franziskus?

Bettendorf: Uns war wichtig, dass die Menschen sehen, dass wir neben einer Messfeier auch Anderes in unserer Kirche anbieten können. Hier ist genügend Platz und außerdem eine gute Akustik. 50 Jahre Kirche St. Franziskus ist schon etwas Besonderes. Das Fest ist gleichzeitig ein Dankeschön an alle diejenigen Helferinnen und Helfer, die immer dafür sorgen, dass die Gemeinde lebendig ist und dient als bleibende Erinnerung für alle.

Was folgt nach dem österlichen Konzert?

Bettendorf: Am 12. Juni geht es weiter mit Nudo. Bühnenhörspieler Wolfgang Rosen und Bruder Wolfgang aus Vossenack präsentieren Franziskus von Assisi einmal anders. Lassen Sie sich einfach überraschen. Der Männergesangverein Cäcilia Raeren singt ein Konzert am 25. Juni in unserer Kirche und der Junge Chor Stolberg am 10. Juli.

Stehen Ihre Jubiläumsfestlichkeiten nicht in Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen in Stolberg? Ich denke da an den Jungen Chor, der sich eine Woche vorher im Rahmen des Musiksommers im Rittersaal der Stolberger Burg präsentiert?

Bettendorf: Ich sehe hier keine Konkurrenz. Es mag sein, dass einige Veranstaltungen zeitlich nahe beieinander liegen, das ist aber den Verfügbarkeiten der Räume und Künstler geschuldet. Bezeichnen wir es doch als vielseitiges oder ergänzendes und erweitertes Angebot.

Ihrem Programm entnehme ich, dass die Stolberger Sing- und Spielgemeinschaft ebenfalls ihr 50-jähriges Bestehen in Ihrer Kirche feiert? Wie kommt es?

Bettendorf: Uns verbindet eine langjährige Freundschaft. Die Zusammenarbeit bei Pfarrfesten klappt vorzüglich, und dann spielen sie ja immer das Weihnachtskonzert hier, so dass es für uns selbstverständlich ist, dass sie auch ihr Jubiläum bei uns und mit uns feiern können.

Wie sieht es mit liturgischen Feiern aus?

Bettendorf: Wir beginnen mit der Fronleichnamsprozession am 26. Mai in St. Mariä Himmelfahrt, wo die Prozession nach St. Franziskus geht. Die Teilnehmer werden dort den Abschlusssegen erhalten und anschließend zum gemütlichen Beisammensein mit Mittagspause im Pfarrheim einkehren. Am 27. August wird in der Abendmesse, die musikalisch durch die Chorgemeinschaft Stolberg-Mühle unter der Leitung von Klaus Weiß gestaltet wird, an alle Gestorbenen der Pfarrgemeinde erinnert. Samstag und Sonntag, 3. und 4. September, wird das Pfarrfest gefeiert. Am Samstag, 8. Oktober, ist dann der eigentliche Festgottesdienst mit dem (Weih-)Bischof aus Aachen geplant. Die musikalische Begleitung erfolgt durch den Kirchenchor von St. Franziskus, unterstützt durch Chormitglieder anderer Chöre, und einem Orchester unter der Leitung von Hermann Josef Schulte. Anfang Dezember möchte eine Choralschola die Lichtermesse gestalten, und in der Weihnachtszeit wartet noch eine Überraschung auf die Gemeindemitglieder.

Wie lange arbeiten Sie schon für St. Franziskus und warum?

Bettendorf: Seit mehr als 25 Jahren, ich könnte jetzt sagen, weil ich verrückt bin. Aber die Menschen geben einem viel zurück, und wir haben durch diese Tätigkeit viele echte Freunde gefunden.

Worin liegt speziell Ihr Betätigungsfeld?

Bettendorf: In der Gemeinde bin ich der Mann für alle Fälle: Egal, ob etwas instand zu setzen ist oder es etwas zu organisieren oder zu besorgen gibt, ich bin da. Auch mit Rat und Tat stehe ich vielen Gemeindemitgliedern zur Seite.

In welchen Ausschüssen arbeiten Sie?

Bettendorf: Hier möchte ich nur einige nennen: Kirchenvorstand, Liegenschaftsausschuss, Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit und die Projektgruppe „Kirchliches Immobilienmanagement“.

Was war/ist Ihnen wichtig in der Gemeinde?

Bettendorf: Das gesamte Gemeindeleben, denn hier wird Gemeinschaft zwischen Jung und Alt gelebt.

Worin sehen Sie Ihre Herausforderung?

Bettendorf: Wege zu finden, wie wir den Menschen aller Altersgruppen das Christsein wieder näher bringen können.

Welcher Grundsatz leitet Sie?

Bettendorf: Der Glaube, auch wenn man ab und zu zweifelt.

Was haben Sie mit auf den Weg gebracht?

Bettendorf: Ich glaube, es ist schwierig, hier einzelne Dinge zu nennen. Manche Dinge werden von Einzelnen angestoßen und sind erst gut oder umsetzbar, wenn sie im Kollektiv auch durch Streitgespräche vervollständigt werden. So beispielsweise die Einrichtung eines Fahrdienstes für Senioren zu Messbesuchen oder die Einrichtung eines Arbeitskreises des damaligen Pfarrgemeinderates „Wir in unserem Viertel“.

St. Franziskus ist eine von sieben Gemeinden, die am 1. Januar 2010 zur fusionierten Pfarre St. Lucia zählt. Was hat sich nach der Fusionierung verändert?

Bettendorf: Da wir eine relativ kleine Gemeinde waren, wurden viele Dinge eigenverantwortlich, selbstständig, schnell und ehrenamtlich erledigt. Die Wege der Entscheidungen sind schwieriger und länger geworden, da der Personenkreis auch größer geworden ist. Die Entscheidungsträger müssen jetzt die gesamte Gemeinde Lucia betrachten im Gegensatz zu früher, wo es nur um die Einzelgemeinde ging.

Wie verstehen Sie Kirche?

Bettendorf: Ich glaube, man muss unterscheiden zwischen Kirche als Institution und als gelebte Kirche, wie sie von Papst Franziskus gefordert wird. Die Kirche vor Ort sind wir alle, und dafür müssen wir auch Überzeugungsarbeit leisten. Das gelingt am besten durch Vorleben christlicher Werte wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Liebe und soziales Engagement. Wir sollten uns nicht als das Wichtigste betrachten, sondern den christlichen Gedanken. Ich halte es für sehr wichtig, dass die Kirche vor Ort gestärkt wird, was aber in Zeiten von Kirchenschließungen und Priestermangel unmöglich erscheint.

Hat die Kirche noch Zukunft?

Bettendorf: Wir waren auf dem Weltjugendtag in Köln und konnten uns davon überzeugen, wie viele junge Menschen unterschiedlicher Nationen dort mit Begeisterung, Überzeugung und Andacht waren. Ja, ich glaube, dass die Kirche Zukunft hat.

Wie kann man die Menschen heutzutage für die Kirche begeistern?

Bettendorf: Es gibt kein Generalkonzept, wie wir Menschen für die Kirche und den Glauben begeistern können. Wir müssen versuchen, individuelle Lösungen zu finden.

Was wünschen Sie sich für St. Franziskus?

Bettendorf: Für St. Franziskus wünsche ich mir, dass wir weiterhin eine aktive Gemeinde bleiben und noch lange Messen vor Ort feiern können.