Stolberg-Münsterbusch: 450 Tiere wetteifern um Pokal für das beste Gefieder

Stolberg-Münsterbusch: 450 Tiere wetteifern um Pokal für das beste Gefieder

Dass es in Eilendorf Menschen gibt, die sich seit 110 Jahren mit der Zucht ihrer Rasse beschäftigen, für die es eine sinnvolle Freizeitgestaltung, „ein Hobby mit Herz!“ ist, darüber kann sich der Geflügelzuchtverein in Eilendorf mit dem Vorsitzenden Leo Lauter freuen.

Das gibt es nicht alle Tage. In all‘ der langen Zeit waren es nur ganze drei Vorsitzende, die den Verein geführt und auf Erfolgskurs gebracht haben. Der erste Mann an der Spitze des rührigen Vereins war bei der Gründung 1907 Matthias Kind (bis 1934), als Glücksfall erwies sich sein Nachfolger Heinrich Lauter, der bis 1979 dafür sorgte, dass in Eilendorf bei den Züchtern die Welt noch in Ordnung war. Dann stand Sohn Leo Lauter bereit, der in die Fußstapfen seines Vaters treten sollte - bis auf den heutigen Tag. Das Hundertjährige fand unter seiner Regie statt, und nun auch das 110-jährige Bestehen.

Leo Lauter ist ein Boss, der genau weiß, was seine Züchter wünschen. Der rüstige 81-Jährige hält „Ordnung im Stall“, wie man bei Züchtern zu sagen pflegt. Für ihn war es 1907 der richtige Entschluss, als sich Tierliebhaber zusammen fanden, um einen Geflügelzuchtverein ins Leben zu rufen. Lauter spricht von „einfachen Menschen“, die nur das eine Ziel vor Augen gehabt hätten, schöne Tiere zu züchten und sie zu pflegen. „Das ist bis heute so geblieben“, sagt er sympathische Mann an der Spitze eines engagierten Vereins, der durch Freude an der Rassegeflügelzucht glänzt und bewiesen hat, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet.

Leo Lauter ist nicht nur ein „Mann für alle Fälle“, er ist geschätzt und beliebt, seine Züchter wissen, was sie an ihm haben und was er imstande zu leisten ist. Leider gab es in den 110 Jahre nicht immer nur „gute Zeiten.“ Im letzten Jahr musste die große Vereinsschau kurzfristig abgesagt werden, Schuld daran war die Geflügelpest, die auch in Eilendorf schmerzlich bedauert wurde. „Alles war für die Katz!“ In diesem Jahr richtete das Geburtstagskind eine besondere Schau aus, eine größere Sache, man wich vom Vereinshaus in der Nirmer Straße in Eilendorf aus, um in Stolberg-Münsterbusch die 16. Westdeutsche Grenzschau, verbunden mit der 86. Kreisschau, präsentieren zu können. Zwei Tage lang tummelten sich in der Heinrichstraße 60, in der Halle von Ausstellungsleiter Heinz Nießen, zahlreiche Hühner, Zwerghühner und Tauben. Die Kinder verfolgten aufmerksam das Kükenschlüpfen und zeigten sich erfreut darüber.

Zur offiziellen Eröffnung begrüßte Leo Lauter den Schirmherrn Thomas Emundts (Sparkasse Aachen) sowie vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter Claudia Metzler. Sein besonderes Willkommen galt den 70 Züchtern (rund 450 Tiere) sowie allen Sponsoren und Gönnern, die zum Gelingen beigetragen haben, ebenso die Züchterfrauen. „Wir haben eine schöne Ausstellung, es gibt von allen Seiten Lob“, freute der Vorsitzende sich. Bestätigung kam von Claudia Metzler, sie hob die gute Leistung der Eilendorfer Züchter hervor, um dann die Erringer der großen Preise auszuzeichnen. Grenzlandmeister wurde Ralf Hund, gefolgt von Heinz Nießen. Bei der Jugend siegte Talea Senster.

Die Bundesjugendmedaille ging an Alessia Kaufmann, ebenso der Kreisverbands-Jugend-Ehrenpreis. Landesverbands-Medaillen errangen Alfred Bartgens, die Gebrüder Unglaube, Luca Kaufmann. Kreisverbands-Ehrenpreise bekamen René Grooten, Guido Beierowski, die Zuchtgemeinschaften Kämmerling, Kuck, Senster und Joachim Dittrich. Über „Eilendorfer Bänder“ freuten sich Jan Engelen, Ralf Hunds, Marianne Lauter, Martin Lindner, Heinz Nießen, Volker Karentz, Sönke und Sören Korr. Mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbandes wurde Jubilarin Beate Müllejans dekoriert.

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