Stolberg: 37 Grad: (K)ein ganz normaler Tag

Stolberg: 37 Grad: (K)ein ganz normaler Tag

Die letzten Tage? Nicht mehr als ein kleiner Vorgeschmack, zumindest wenn die Meteorologen richtig liegen. Am Freitag erst klettert die Kurve so richtig nach oben: Im Laufe des Nachmittags soll das Thermometer bis zu 37 Grad anzeigen, Tendenz weiter steigend.

Ein Ende? Ist vorerst nicht in Sicht, auch am Wochenende und Anfang kommender Woche soll die angekündigte Hitzewelle die Kufperstadt fest im Griff haben. Doch der Reihe nach.

Der Fall der Fälle

Vor allem für Feuerwehr und Forstamt wird der - heißeste - kein Tag wieder jeder andere. Im Gegenteil: „Wir werden ab Freitag im gesamten Stadtgebiet verstärkt unsere Löschhäuser kontrollieren, ob sie genug Wasser haben”, kündigt Toni Stürz, Stadtbrandinspektor und Leiter der Stolberger Feuerwehr, die Vorsichtsmaßnahmen an. Die Löschhäuser in Zweifall und Gressenich sollen zwar nicht gebraucht werden, „aber wir wollen für den Fall der Fälle da ganz auf Nummer sicher gehen.”

Der Fall der Fälle, das sind drohende Waldbrände - verursacht durch offene Feuerstellen. „Aber die sind ja ohnehin untersagt, egal ob es 25 oder 36 Grad warm ist”, sagt der städtische Förster Theo Preckel.

Einzig in den drei städtischen Grillhütten dürfe an den gekennzeichneten Stellen Feuer gemacht und gegrillt werden, „und nach momentanem Stand ist es auch nicht geplant, dass wir die Hütten sperren müssen.”

Das Forstamt hat bislang keine speziellen Vorbereitungen gegen die Hitzewelle getroffen, „doch wir gehen heute natürlich verstärkt durch die Wälder, schließlich kann man nie wissen”, sagt Preckel, der aber betont: „Die Gefahr ist momentan nicht überproportional hoch.”

Doch auch für den Super-GAU zeigt sich die Stolberger Feuerwehr gerüstet: „Wenn es tatsächlich brennt, können wir mit einem 9000 Liter Wasser fassenden Wasserwerfer, drei Tanklöschwagen und einem Schlauchwagen ausrücken”, beschreibt Sturz das Horrorszenario.

Was sich besonders positiv bemerkbar mache: „Heute hat fast jeder ein Handy und kann bei einem Brand, vor allem in den Wäldern, die Feuerwehr sofort alarmieren.”

Auf Funkenflug yachten

Die Gefahr von Waldbränden sei aktuell trotz hoher Temperaturen zwar „nicht allzu hoch, die Hauptbrandzeit ist eher im März, wenn gerade alles frisch blüht”, sagt Theo Preckel. Dennoch müsse vor allem beim Grillen auf unkontrollierten Funkenflug geachtet werden, „denn das kann sich ganz schnell entzünden.” Auch das Rauchverbot im Wald gelte es „strikt einzuhalten”.

Aber, so der Stadtbrandinspektor, vor allem am Samstag, beim deutschen WM-Viertelfinalspiel, drohe eine Gefahr ganz anderer Art: „Viele Leute vergessen, zu trinken oder nehmen nur alkoholische Getränke zu sich”, sagt Sturz und fügt lachend hinzu: „Also auch bei einem Sieg an Wasser denken.”

Nun ja, für manche Dinge muss eben jeder selbst sorgen.

Hitze: Schulen verkürzen den Unterricht

Auf die Rekord-Temperaturen reagieren auch die Schulen: Während die Realschule Mausbach und das Ritzefeld-Gymnasium heute ihren Unterricht um eine Stunde verkürzen, ist im Goethe-Gymnasium nach der vierten Stunde Schluss.

„Wir müssen uns einer neuen Problemlage stellen”, sagt Charlotte Esser, Leiterin der Mausbacher Realschule in Bezug auf die Ganztagsbetreuung. „Wir können nicht die Kinder nach Hause schicken.”

Am Donnerstag galten die Betreuungsangebote auch nach Schulschluss, bei verkürztem Unterricht werden die Eltern einen Tag vorher informiert. „Wir haben schließlich eine Betreuungspflicht”, erklärt auch „Ritze”-Leiter Burghart Klein.

„Es gilt den Unterricht den heißer werdenden Sommern entsprechend anzupassen”, sagt Goethe-Leiterin Stefanie Luczak. „Gerade im Sport gilt: Unterricht mit Augenmaß.”

Am „Ritze” wird heute der Sportunterricht in der neunten und zehnten Stunde ganz ausfallen.

Falls es in der kommenden Woche zu ähnlich hohen Temperaturen kommt, werden die „Hitzefrei-Modelle” wieder zum Tragen kommen, kündigen die Schulleiter an.

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