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Stolberg-Mausbach: 180 Jahre alte Eiche gefällt

Stolberg-Mausbach : 180 Jahre alte Eiche gefällt

Eulen, Eichhörnchen oder Fledermäuse, die bis Mittwoch noch in der alten Eiche an der Rothen Gasse wohnten, müssen sich ein neues Zuhause suchen.

Denn: Den Baum gibt es nicht mehr, binnen Minuten fiel der stumme Riese, wurde am Mittwochmorgen Stück für Stück von der Krone abwärts abgetragen.

Durch und durch morsch

Nur noch die Wurzel zeugt davon, dass auf dem Hang zur Straße hin einst ein staatlicher Baum seine Äste in den Himmel reckte.

Das Fällen der 180 Jahre alten Eiche begründete die Hauswohngemeinschaft, auf deren Privatgrundstück die Eiche stand, damit, dass diese durch und durch morsch gewesen sei, die über die Straße ragenden Äste eine Gefahr für die Passanten dargestellt hätten.

„Aber alles war vergebens”

Das sieht das Technischen Betriebsamt der Stadt Stolberg anders. „Die Eiche hätte man erhalten können. Wäre es an uns gewesen, wir hätten das Totholz entfernt und die Eiche noch einige Jahre stehen lassen”, hält Georg Paulus, Leiter des Amtes, dagegen, der sich über die Sachlage vor Ort informierte. Die Arbeiten am Abhang hatten der einst gesunden Eiche zugesetzt, „so etwas können Eichen nicht vertragen”, weiß Paulus.

Mit allen Mitteln die Fällaktion zu stoppen, das versuchte am Abend zuvor noch die grüne Ratsfrau Rita Bürger. „Ich habe erst Dienstagabend von dem Vorhaben erfahren. Ins Windeseile haben wir noch Flugblätter in der Straße verteilt, aber alles war vergebens”, bedauert Rita Bürger.

Der Baum war Heimat vieler Tiere

„Wir sind noch rausgefahren, haben nachgemessen, ob der Baum nicht doch auf städtischem Boden steht und damit Sache der Stadt ist”, betont der Leiter des Technischen Betriebsamstes. Leider sei dies nicht der Fall gewesen, fasst Georg Paulus zusammen, der damit keine Befugnis hatte, in das Fällen einzugreifen.

„Es ist eine Schande”, sagt die Grünen-Politikerin aus Mausbach. „Noch vor einigen Jahren wurden in dem Baum Nistkästen aufgehängt. Viele Tiere hatten sich dort niedergelassen”, so Bürger.