16. Stolberger Museumsnacht mit starkem Programm

Viel Atmosphäre : Mit Frische und Comebacks gepunktet

Die 16. Auflage der Museumsnacht in Stolberg überzeugt auf ganzer Linie mit viel Abwechselung. An Schauplätzen mit viel Atmosphäre wurde ein starkes Programm geboten.

Von Abnutzungserscheinungen gibt es keine Spur. Ganz im Gegenteil: Die 16. Auflage der Stolberger Museumsnacht überzeugt auf ganzer Linie mit Frische und Abwechslung, Atmosphäre und besonderen Schauplätzen, die getrost als Aushängeschilder der Kupferstadt gelten können.

Großen Anteil daran haben zwei Comebacks von Lokalitäten, die im Vorjahr pausiert hatten. Wieder dabei ist der Kupferhof Rosental, und Schönheit und Charme dieses Stolberger Stadtschlosses begeistern die Besucher ebenso wie das Portfolio im Rahmen der Museumsnacht. Die Stolberg-Touristik reiht sich mit Infos und Kupferstadt-Artikeln in die Phalanx der hochwertigen Aussteller ein, Mundart-Verzällchen und Livemusik des Duos „Palü“ kommen in dem beeindruckenden Flair ebenfalls bestens an.

Vor dem prächtigen Bauwerk des Kupferhofs bemerken zwei Gäste aus Aldenhoven eine Gruppe, die an einer der fünf angebotenen Schnupperführungen teilnimmt, und die auswärtigen Besucher fragen, wie weit der fußläufige Weg zur Burg sei. Von einem Insider erfahren sie, dass die Nutzung der ständig pendelnden Shuttlebusse im einmaligen Eintrittspreis inbegriffen ist, und nur wenige Minuten später befindet das Aldenhovener Paar sich an der Burg.

Das Duo „Palü“ begeistert mit Mundart-Verzäll im Zelt des Kupferhofs. Foto: Dirk Müller

Dort lockt das urige Museum in der Torburg mit traditionellem Handwerk, Kaffeestube und musealen Inhalten in einzigartigem Ambiente. Auf dem unteren Burghof schlagen die Stolberger Burgritter mit ihrem Lager die Brücke zur Burg selbst, die ebenso eine Rückkehr zur Museumsnacht feiert wie der Kupferhof Rosental.

Und dieses Comeback ist äußerst eindrucksvoll. Die farblich illuminierte Burg punktet äußerlich als monumentales Wahrzeichen der Kupferstadt genauso wie mit ihren „inneren Werten“ zur Museumsnacht.

Mit Handwerksvorführungen ist das Torburg-Museum ein beliebtes Ziel. Foto: Dirk Müller

Im Rittersaal setzt der Chaos-Lese-Club mit facettenreicher Kleinkunst ein kulturelles Ausrufezeichen, und in der „Folterkammer“ zieht eine ansprechende Lichtinstallation die Blicke an. In der Burggalerie sind die „lebenden Bücher“ von Aixbooks eine Attraktion, und die Schau „Die Burg im Wandel der Zeit“ zeigt sehenswerte Fotografien der Burg aus den Jahren 1860 bis 1960, die als interessante Rauminstallation angeordnet sind.

Auf dem großen Balkon der Galerie sind faszinierende Skulpturen mit Licht in Szene gesetzt. Von dort aus ist in der Ferne auch ein weiterer Schauplatz zu erblicken, denn der große Kamin am Museum Zinkhütter Hof wird angestrahlt und fungiert als weit sichtbare museale Landmarke.

Mit Schönheit und Charme lockt der Kupferhof Rosental. Foto: Dirk Müller

Im Forum wird der pädagogische Teil des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte seinem Anspruch mehr als gerecht, denn zahlreiche spannende Mitmachaktionen ziehen Kinder und Jugendliche an. Im Haupttrakt des Zinkhütter Hofs präsentieren 20 Aussteller hochwertige Produkte, es gibt Kunst von Gerda Zuleger auf den Emporen, Livemusik, Speisen und Getränke.

In der Villa kann die „In-Memoriam“-Ausstellung mit Werken von Ludwig Schaffrath bestaunt werden, dazwischen lockt der illuminierte Außenbereich mit Kunsthandwerk, Schmieden, Feuershow, dem Jugendbus der Kupferstadt, Stockbrot und mehr.

Im Forum des Museums können Jung und Alt experimentieren. Foto: Dirk Müller

Und quasi überall ist Petra Grüttemeier. Die Museumspädagogin ist als Macherin der Stolberger Museumsnacht an diesem Abend eine äußerst gefragte Frau. Hier gibt es Fragen, dort Problemchen, hüben wird sie herzlich begrüßt, drüben erhält sie bereits die ersten positiven Rückmeldungen.

„Ja, natürlich: Die Museumsnacht macht mir immer noch großen Spaß“, sagt Grüttemeier. Bei der 16. Auflage kein Kunststück, denn alles läuft reibungslos ab. Zumindest beinahe. „Der Sturm hat uns im Außenbereich den ein oder anderen Strich durch die Rechnung gemacht. Und bei der Fülle von Ausstellern und Aktionen kommt es immer wieder mal zu kurzfristigen Absagen zum Beispiel wegen Krankheit.“

„Die Burg im Wandel der Zeit“ zeigt sehenswerte Fotografien. Foto: Dirk Müller

Daher sei für die Organisatorin der Museumsnacht Flexibilität ein Schlüsselwort. Auf übrigens allen Seiten, wie eine Ausstellerin beweist, die erst am Morgen spontan für einen erkrankten Kollegen eingesprungen ist.

Insgesamt umfasst das Programm der 16. Stolberger Museumsnacht mehr als 50 Aussteller, Shows, Konzerte und Aktionen. Was erklärt, dass, während im großen Saal des Zinkhütter Hofs ruhige Klänge von „Piano and Voice“ und anschließend von Jupp Ebert die Gäste unterhalten, Petra Grüttemeier zwar Ruhe ausstrahlt, aber dennoch umtriebig in dem Museumsquartier herumwuselt.

Volle Hütte: In der Ofenhalle des Zinkhütter Hofs klingt die Museumsnacht wie gewohnt mit feinster Musik und bester Stimmung aus. Foto: Dirk Müller

Doch als zum Finale der Museumsnacht im sehr gut besuchten Zinkhütter Hof die Band „The Xperience“ mit Rock-Klassikern von Jimi Hendrix, „Golden Earring“, „Pink Floyd“ und Co. für beste Stimmung sorgt, beginnt dann auch für Grüttemeier langsam der Feierabend.

Und „Frau Museumsnacht“ zieht ein erstes Fazit: „Es ist toll, dass wir wieder viele neue und junge Aussteller präsentieren. Die Stolberger Museumsnacht hat ein Renommee, so dass es uns inzwischen leicht fällt, handverlesene und qualitativ hochwertige Aussteller zu gewinnen.“

Auch was das Publikum angehe, sei die Mischung aus Stammbesuchern und neuen Gästen einmal mehr erfreulich. „Bekannte Gesichter treffen auf Besucher, die mit ihrem Interesse an den musealen Inhalten unseres Hauses zeigen, dass sie zum ersten Mal im Zinkhütter Hof sind“, sagt Petra Grüttemeier, für die gegen Ende der 16. Museumsnacht eigentlich schon vor der 17. Museumsnacht ist, denn die ersten Aussteller für 2020 sind bereits fix.

Mehr von Aachener Zeitung