Stolberg: 150 Jahre St. Hubertus groß gefeiert

Stolberg: 150 Jahre St. Hubertus groß gefeiert

Im Altarraum wurde es so eng, dass es für die vielen Messdiener und die drei Geistlichen kaum noch reichte: Ganz groß haben alle die, die der Gemeinde ringsum Leben und Gestalt geben, am Sonntag das 150-jährige Bestehen der Büsbacher Kirche St. Hubertus gefeiert.

Zu dem mit allem Glanz und Gloria der katholischen Liturgie zelebrierten Hochamt war trotz der Heiligtumsfahrt auch ein prominenter Gast aus Aachen angereist: Dr. Gerd Dicke, emeritierter (will sagen: pensionierter) Weihbischof, feierte den Gottesdienst zusammen mit Ortspfarrer Jürgen Urth und dem Burtscheider Priester Joseph Frohn. Scharen von Mitgliedern der Pfarre machten die aktive Teilnahme an Hochamt und Jubiläumsfeier zu ihrer Herzensangelegenheit.

Das Interesse war groß, so dass Pfarrer Urth noch vor Beginn der Messe zur Durchsage ans Mikrofon trat: „Kommen Sie nach vorne; in der ersten Reihe sind noch Plätze frei.“ Ebenso unzeremoniell und herzlich fiel das Willkommen des Pastors für den Weihbischof aus: „Heute sind Sie zu uns gekommen, um mit uns Dank zu sagen für 150 Jahre St. Hubertus.“

Sprach‘s und verlas eine Grußbotschaft von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, der die Kirche des Stolberger Stadtteils als Symbol höherer Welten ansieht: „Sie ist der Fingerzeig, der uns zum Himmel weist.“ Dabei gehe es auch um soziokulturelle Aspekte des Glaubens: „Diese Kirche schafft Heimat, weil sie mitten im Leben der Menschen steht.“

Weihbischof Dicke hingegen definierte St. Hubertus vor allem in geistlicher Hinsicht: „Der Ort, wo angebetet wird, ist der Ort, wo Jesus ist — auch heute noch.“ Dabei sei das Engagement und die Frömmigkeit der Katholiken gefordert: „Wir halten diesen Ort lebendig, wenn wir uns hier versammeln.“

Gestutzter Kirchturm

Bei aller Liebe zur Welt des Spirituellen ließ Dicke in seiner Predigt nie die ganz konkrete Geschichte von St. Hubertus außer Acht: „Der gestutzte Kirchturm ist Anlass zu fragen: Wie weit sind wir noch Fingerzeig Gottes?“

Zum Fest wurde die 150-Jahr-Feier von St. Hubertus aber nicht nur durch das liturgische Geschehen, das Auf und Ab der Messdiener oder die feinen Weihrauchschwaden. Für den angemessene festlichen Glanz sorgte zudem der schallende Gesang der Menschen im Kirchenschiff, fast noch mehr aber die Darbietungen des Büsbacher Kirchenchores unter der Leitung von Franz Körfer. Mit Mozarts „Spatzenmesse“ interpretierten die Sängerinnen und Sänger eines der anmutigsten Sakralwerke der Klassik mit Liebreiz und Eleganz. Bruckners „Locus iste“ und Händels „Dank sei dem Herrn“ fielen nicht minder beeindruckend aus.

Dass sie gerne anpacken, wenn es um ihre Kirche geht, zeigten die Büsbacher beim an- und abschließenden Empfang im Hubertushaus. Mitglieder der Schützen, die schon im Gottesdienst mit einer zahlenmäßig starken, uniformierten Delegation vertreten waren, und andere einsatzfreudige Katholiken sorgten trotz des beträchtlichen Gedränges im Saal und im Freien für eine unfallfreie Bewirtung ihrer Gäste.

Denn wenn es um das Gotteshaus des Ortes geht, lässt sich niemand in Büsbach lange bitten, wenn die Glocken von St. Hubertus besonders festliche Töne anschlagen.

Mehr von Aachener Zeitung