1. Lokales
  2. Stolberg

U-Ausschuss in Stolberg: 13 Abgeordnete machen sich ein Bild von den Flutschäden

U-Ausschuss in Stolberg : 13 Abgeordnete machen sich ein Bild von den Flutschäden

In Stolberg sind die Folgen des Hochwassers vom Juli noch immer deutlich sichtbar. Am Freitag kommen Landtagsabgeordnete zum Ortstermin. Unterdessen gibt es Ärger um die Akten.

Der vor einem Monat eingerichtete Parlamentarische Untersuchungsausschuss „Hochwasserkatastrophe“ fährt am Freitag zum ersten Vor-Ort-Termin ins Flutgebiet. Die Landtagsabgeordneten wollen sich in Stolberg ein eigenes Bild vom Ausmaß der Katastrophe und den entstandenen Schäden machen. Die Delegation wird auch mit Einsatzkräften, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen zusammenkommen. Dem Ausschuss gehören 13 Abgeordnete an. Die Opposition kritisierte unterdessen, dass bis Freitagmorgen von der Landesregierung noch keine Unterlagen geschickt worden seien. Das Innenministerium widerspricht dem.

„Von der Landesregierung liegt bisher keine einzige Akte vor“, sagte der SPD-Abgeordnete Stefan Kämmerling dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dies sei ein „Unding angesichts des Ausmaßes, das diese Katastrophe hat“. Am Freitagmorgen erneuerte die SPD die Vorwürfe. Auch die Grünen-Fraktion äußerte sich im „Kölner Stadt-Anzeiger“ entsprechend.

Das Innenministerium wies die Vorwürfe am Freitagvormittag zurück: Am Donnerstag seien 250 Dateien mit einem Volumen von rund 200.000 Blatt an den Untersuchungsausschuss übergeben worden. Am späten Vormittag hieß es dann bei der SPD, dass die Unterlagen gerade auf ihrem Server einliefen. Der Grund für die Verzögerung war zunächst unklar.

Unterdessen besucht der Ausschuss am Freitag Stolberg. In der 57.000-Einwohner-Stadt hatte der dramatisch angestiegene Fluss Vicht Teile der historischen Altstadt und die Haupteinkaufsstraße überflutet. An der öffentlichen Infrastruktur entstand ein Schaden von 353 Millionen Euro. „Dazu kommen die privaten Schäden, die wir nicht beziffern können“, erklärte ein Sprecher. Todesopfer gab es nicht.

Derzeit ermittelt die Stadt die Wohnsituation der Bürger, um den Bedarf an heizbarem Wohnraum zu erfahren. Das größte Problem sei der einbrechende Winter und das Fehlen von Heizungen in hochwassergeschädigten Häusern, sagte ein Sprecher.

Auch nach fast vier Monaten prägt die Flut noch das Stadtbild: Es gibt weiter mobile Toiletten, Duschen und Waschmaschinen. Die Stadt entsorgt bis zum 30. November kostenlos Sperrmüll und Bauschutt. In der Einkaufsstraße sind einige Geschäfte wieder eingezogen. Weit über 90 Prozent wollten bleiben, sagte der Stadtsprecher.

(dpa)