1200 Teilnehmer beim 2. Stolrun

Schon die Strecke ist eine Herausforderung : Jede Menge Spaß beim Lauf im Pratsch

„Wir haben eigentlich gehofft, dass noch mehr Menschen verkleidet sind“, sagt Peter Schmidt lachend. Auf dem Kaiserplatz fallen er und sein Freund sofort auf: Beide stecken in pinken Tutus und schwarzen Achselshirts, ein weiterer Freund trägt einen Fatsuit und eine blonde Perücke.

„Wir kennen das so von anderen Spaßläufen“, erläutert Sascha Felten. Die beiden Männer kamen am Sonntag extra aus Koblenz und Erkelenz in die Kupferstadt, um am zweiten Stolrun teilzunehmen und quer durch die Altstadt, ums Burggelände und auf den Donnerberg hoch zu laufen.

Auch, wenn alle anderen Teilnehmer die Stadt in gewöhnlicher Laufbekleidung eroberten, ließ sich die Gruppe nicht davon beirren und ging verkleidet zum Coppermen’s Hell, dem Lauf namens Hölle der Kupfermänner, an den Start.

Für ein sauberes Rahmenprogramm sorgten Mitglieder der Tanzschule Not Just Dancing, von denen anschließend einige selbst beim Stolrun mitmachten. Foto: Merve Polat

Wie bei der Premiere im vergangenen Jahr nahmen auch in diesem Jahr circa 1200 Laufbegeisterte an drei verschiedenen Läufen teil: Die Kids Mile führte alle jungen Teilnehmer ab acht Jahren in zwei Kilometern über sechs Hindernisse, genauso wie der Family Run.

Der schwierigere Coppermen’s Hell wartete nach Angaben der Veranstalter mit mehr als 20 Hindernissen und einer Länge von sieben Kilometern auf die Teilnehmer und konnte bei Wunsch zweimal durchlaufen werden. Veranstaltet wird der Stolrun von Stefan und Janine Hanrath von der Alsdorfer Hanrath Event GmbH.

In der Enkerei müssen die Laufbegeisterten durch einen ganzen Haufen von Autoreifen laufen. Foto: Merve Polat

Viel Matsch auch ohne Grube

Nach der gut angenommenen Premiere des Stolruns im vergangenen Jahr hatten sich die Teilnehmer für dieses Jahr mehr Matsch gewünscht, wie auch der Veranstaltungs-Slogan „Stolrun – Hindernisse, Steigungen, Matsch und Fun“ eigentlich verspricht.

Gemeinsam am Start, gemeinsam am Ziel: die Truppe der Stadt. Foto: Lydia Flink

Der wenige Regen, der am gestrigen Sonntag fiel, reichte allerdings nicht aus, um den Boden in Matsch zu verwandeln. „Der Boden ist nach wie vor wegen der Hitze in den vergangenen Tagen zu trocken“, sagt Janine Hanrath.

Gegen eine Matschgrube hätten sich die Veranstalter nach Absprachen mit der Feuerwehr wegen Sicherheitsaspekten entschieden. „Wir hatten letztes Jahr 14 Einsätze im Zelt bei der Malteser wegen kleineren Schürfwunden und Wespenstichen und hätten gerne dieses Jahr genauso wenige“, sagt Hanrath.

Der Parcours aus großen blauen Tonnen ist nicht zu unterschätzen. Foto: Lydia Flink

Auch ohne Matschgrube schafften es einige Teilnehmer, mit Dreck überzogen im Ziel einzulaufen. Wasserhindernisse gab es einige, und: „Wir mussten auf einem Feld unter einer Holzplatte kriechen, dabei habe ich Matsch im Gesicht abbekommen“, sagt Gerhard Römer lachend. Für den Stolrun, bei dem er zum ersten Mal mitmacht, hat er lobende Worte übrig: „Ich find das klasse, weil das in der Städteregion einmalig ist“, sagt der Stolberger.

Mehr Musik an der Strecke

Durch die Rohre hindurch und hinein ins große Wasserbecken am Burgholzer Hof – jede Menge Spaß, jede Menge Matsch. Foto: Lydia Flink

Für ein Rahmenprogramm sorgten auf dem Kaiserplatz unter anderem die Gruppen der Tanzschule Not Just Dancing. Musik begleitete alle Laufbegeisterten beim Start auf dem Kaiserplatz, aber auch für mehr Musik an den Hindernissen selbst haben die Veranstalter in diesem Jahr gesorgt:

„Bei unserem Bootcamp an Gehlens Kull heizen wir so den Läufern ein“, sagt Hanrath. Im Naturschutzgebiet mussten die Laufbegeisterten sogenannte Burpees, eine Mischung aus Kniebeuge, Liegestütze und Strecksprung, absolvieren. Bei der Wasserrutsche am Burgholzer Graben gab es ebenfalls zusätzliche Motivation in Form von Musik. „Die soll auch mögliche Wartezeiten überbrücken, obwohl wir bereits die Rutsche von einer auf zwei erweitert haben“, sagt Hanrath.

Die große Wasserrutsche am Hang hinter dem Burgholzer Hof bot auch einen großformatigen Überblick über das Stolberger Tal. Foto: Lydia Flink

Da der Stolrun aber vor allem ein Spaßlauf sei, hoffe sie, dass die Menschen auch etwas Zeit mitbringen. Ebenfalls Rückstau gab es bei der Premiere im vergangenen Jahr beim letzten Hindernis, dem Coppermen Turm auf dem Kaiserplatz. „Letztes Jahr gab es nur zwei Türme mit zwei Fenstern, durch die geklettert werden konnte, jetzt sind es vier“, sagt Hanrath.

Manche Kostüme können auf der Strecke durchaus hinderlich sein. Foto: Lydia Flink

Neue Hindernisse

Etliche Hindernisse mussten die Läufer beim Coppermen‘s Hell bezwingen, darunter zum Beispiel ein Hangelhindernis bestehend aus Reifen und Tonnen, durch die sie sich hindurchschlängeln mussten.

Es gab auch neue Hürden zu nehmen: Gulli-Deckel mussten über eine Wiese gezogen und ein Kasten, der kreuz und quer mit Netzen bespannt war, durchquert werden.

Der Spaß und der Teamgeist standen dabei stets im Vordergrund: Wenn mal ein Hindernis nicht allein gestemmt werden konnte, halfen die Teamkollegen oder Mitglieder der Malteser, die an den Hindernissen Acht auf die Teilnehmer gaben und eine Räuberleiter machten, damit alle es über die Holzwand schafften. Somit trugen alle zu einem zweiten gelungenen Stolrun bei.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Über 1100 Läufer starten beim 2. StolRun