Aachen - Tihange: Experten informieren bei öffentlicher Tagung

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Tihange: Experten informieren bei öffentlicher Tagung

Von: Madeleine Gullert
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Tihange Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa
Umstrittener Stromproduzent an der Maas: das Kernkraftwerk Tihange. Es besteht aus drei Blöcken mit Druckwasserreaktoren. Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa

Aachen. Die Städteregion Aachen kämpft seit Jahren gegen den umstrittenen belgischen Meiler Tihange 2. „Nun ist es uns gelungen, in Aachen eine große Konferenz mit weltweit renommierten Atomwissenschaftlern zu organisieren, die Position zu Tihange beziehen werden“, teilte Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) unserer Zeitung mit.

Die Wissenschaftler werden am Freitag, 13.April, eine gemeinsame Erklärung zu Tihange abgeben. Bei der zweitägigen Fachtagung werden renommierte Experten erwartet, wie etwa Dieter Majer. Der ehemalige Chef der deutschen Atom-Aufsicht erörtert beispielsweise die Dokumentationspflicht bei der Lizenzierung und dem Betrieb von Kernkraftwerken. Auch Jan Peirs von der Uni Leuven wird mitdiskutieren. Er hatte gemeinsam mit René Boonen vergangenes Jahr mit einer Studie für Aufsehen gesorgt.

Die belgischen Wissenschaftler glauben, dass die Risse in den Reaktordruckbehältern von Tihange 2 und Doel 3 im laufenden Betrieb entstanden sind und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen. „Es ist möglich, dass Wasserstoffflocken bei der Produktion des Stahls entstehen, aber nicht in dieser hohen Zahl“ – so die Theorie von Boonen und Peirs. Die Tatsache, dass die Zahl der Haarrisse immer weiter nach oben korrigiert wurde, habe sie aber stutzig gemacht, wie Boonen gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte. Er wird am Samstag einen Vortrag halten.

Ex-Chef der US-Atomaufsicht

Dann ist die Tagung für die Öffentlichkeit zugänglich. Von 9.30 bis 14.30 Uhr spricht etwa Christoph Pistner vom Öko-Institut über „technische Grundlagen zur Beurteilung der Rissbefunde“. Gregory B. Jaczko leitete von 2009 bis 2012 die US-amerikanische Atomaufsicht und referiert darüber, wie „viel Risiko wir uns erlauben können“. Die Veranstaltung schließt mit einer Podiumsdiskussion im Depot Talstraße in Aachen.

Für die öffentliche Tagung am 14. April können sich Interessierte per Mail anmelden an veranstaltungen@staedteregion-aachen.de.

 

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