Würselen: Zweiter Geburtstag dank rascher Ersthilfe

Würselen: Zweiter Geburtstag dank rascher Ersthilfe

Daran, was eigentlich genau passiert ist, kann sich Rolf Wenn nicht mehr erinnern. „Es war schwül und heiß an diesem Tag, als wir Tennis spielten”, sagt er. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist alles nur noch schwarz.

Leblos lag Rolf Wenn auf dem Boden. Atmete nicht mehr. Und auch sein Herz schlug nicht mehr. „Aus heiterem Himmel brach er zusammen, ich dachte zuerst, er hätte sich verletzt”, erzählt Dr.-Ing. Rudolf Kleinholz, der das Spiel als Zuschauer beobachtete.

Wenns Doppelpartner, Steuerberater Leo Classen, bekam es noch unmittelbarer mit. „Wir standen direkt nebeneinander. Er ist einfach wie vom Blitz getroffen umgekippt.” Was im Folgenden passiert, kennt Rolf Wenn nur aus den Erzählungen seiner Mitspieler und seiner Frau, die unmittelbar verständigt wird. Er selbst wacht erst fünf Tage später im Krankenhaus aus dem Koma wieder auf.

Schnell eingegriffen

Und das hat er vor allen Dingen dem schnellen Eingreifen von Rudolf Kleinholz und Leo Classen zu verdanken. Denn bis der Notarzt eintraf, waren sie es, die sich um den bewusstlos am Boden Liegenden kümmerten. „Da erfasst einen im ersten Moment die Panik, so etwas hatte ich ja zum Glück noch nie erlebt”, sagt Rudolf Kleinholz. „Wir haben ihn auf den Rücken gelegt.” Leo Classen führte geistesgegenwärtig eine Mund-zu-Mund-Beatmung durch.

Während seines Komas bekam Rolf Wenn einen Stent eingesetzt. Dieses kleine Implantat sorgt dafür, dass sich die Herzkranzgefäße nicht wieder verschließen. Nach zwei Wochen konnte Rolf Wenn das Krankenhaus schließlich wieder verlassen.

Und auch den Sport hat er nicht aufgegeben. Er ist weiterhin leidenschaftlicher Tennisspieler und läuft sehr gerne. Nur eines hat sich geändert: Seit seinem Herzstillstand trägt der Würselener immer einen Defibrillator bei sich. 2500 Euro kostet so ein kleines Gerät, das im Notfall Leben rettet.

Er jedenfalls kann nun zweimal im Jahr seinen Geburtstag feiern: einmal am 7. Dezember, seinem richtigen Ehrentag, und am 27. Juli, dem Tag, an dem er nach dem Herzstillstand mit „seinen Geburtshelfern” ins Leben kam.

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