Würselen: Zwei Frauen pflegen die Anlage des Jost-Kreuzes

Würselen: Zwei Frauen pflegen die Anlage des Jost-Kreuzes

In der Kauseneichgasse, dem Verbindungsweg vom „Aquana“ durch die freie Feldflur nach Dommerswinkel, steht das Jost-Kreuz. Es handelt sich um ein Blausteinkreuz auf massivem Steinsockel mit Metallkorpus auf kleinem Holzkreuz. Es trägt die Inschrift „Mein Jesus Barmherzigkeit“.

Wie Karl-Heinz Klinkenberg vom Geschichtskreiskreis St. Sebastian, der sich intensiv mit der Historie der Flurkreuze in Würselen beschäftigte, herausfand, erinnert das Jost-Kreuz an das „Jost Hüssje“, auch Josthäuschen oder Josefhäuschen genannt. Das „Jost Hüssje“ war ein steinernes Heiligenhäuschen, das an der römischen Heerstraße stand, die von Köln über Dommerswinkel nach Heerlen führte.

Es war im 18. und 19. Jahrhundert Station der Fronleichnamsprozession. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Häuschen abgerissen. Zur Erinnerung an das „Jost-Hüssche“ wurde an selber Stelle das Jost-Kreuz errichtet. Das genaue Datum ist nicht bekannt. Im April 2012 wurde das Kreuz geschändet. Der Korpus war herausgerissen worden. Zwischenzeitlich ist es wieder hergerichtet worden. In diesen Tagen nun fanden es die Kroatin Katharina Pejic und ihre Freundin Siegrid Löffler beim gemeinsamen Jogging in einem ungepflegten Zustand vor: Dosen, Flaschen und Hundekot waren davor verstreut.

Aus Dankbarkeit für überstandenes Leid und Krankheit in der Familie versetzten sie das Umfeld des Jost-Kreuzes in einen gepflegten Zustand. An mehreren Samstagen legten beide gemeinsam Hand an. Heute präsentiert sich dank ihres Einsatzes die Kreuzanlage wieder als würdiger Andachtsort. Der Geschichtskreis, der den Frauen Unterstützung gewährte, lobt diese ungewöhnliche Initiative. Auch Passanten sind voll des Lobes.

(ehg)