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Alsdorf: Zustimmung und Ärger um Diem

Alsdorf : Zustimmung und Ärger um Diem

Nach rund zwei Jahren ist erneut eine Debatte um die Carl-Diem-Straße in Begau entbrannt.

Wie berichtet, unterstützt die SPD-Fraktion nun doch den damaligen Vorstoß von Bündnis 90/Die Grünen, einen neuen Namen zu wählen, da dem damaligen Sportfunktionär Diem eine zu große Nähe zu den Nationalsozialisten im Dritten Reich vorgehalten wird.

Federführend für die Sozialdemokraten ist deren Ratsmitglied Dr. Stephan Saffer. Dabei ist der SPD-Stadtverordnete Friedhelm Krämer in doppelter Hinsicht „im Spiel”, um im Bild zu bleiben: Denn er ist auch Vorsitzender von DJK Jugendsport Begau. Und deren Sportanlage liegt an jener umstrittenen Carl-Diem-Straße.

Im AZ-Gespräch verwies Krämer am Dienstag auf einen konkreten Beschluss seines Vereinsvorstands, der Namensänderung zuzustimmen. Ein neuer Straßenname sei bislang noch nicht gefunden. Im Auftrag seiner Fraktion soll Krämer in Abstimmung mit der Siedlergemeinschaft Begau entsprechende Vorschläge für den Stadtrat unterbreiten.

Kritik an der geplanten Umtauf-Aktion übt die Freie Wählergemeinschaft Alsdorf (FWA), die in Begau am stärksten präsent ist. Deren Ratsmitglied Hermann-Josef Sauerwald fordert, dass zuvor die betroffenen Bürger nach ihrer Meinung gefragt werden müssten.

Zudem seien etliche Fragen zu klären, zum Beispiel wie es mit der dann fälligen Änderung der Personalausweise aussehe oder welche Kosten getragen werden müssten bei einer Aktualisierung der Kraftfahrzeugscheine oder der Eintragungen ins Grundbuch.

Hierzu macht Krämer deutlich, dass die Stadt den Bürgern dabei „behilflich” sein könne. Die SPD-Fraktion werde die Verwaltung bitten, eine entsprechende Kostenbeteiligung zu prüfen. Bei Passänderungen - etwa bei neuen Adressen nach Umzügen - gehe es um einen Betrag von 13 Euro.

Wenn sich SPD und Grüne - etwa in namentlicher oder gar in geheimer Abstimmung - komplett für einen neuen Straßennamen entscheiden sollten, müssen sich im Rat allerdings noch mindestens zwei weitere Stadtverordnete dafür aussprechen.

Die Initiatoren sind zuversichtlich, diese Hürde leicht überspringen zu können.