Würselen: Zur Würselener Gesamtschule ist jetzt der Stadrat gefragt

Würselen: Zur Würselener Gesamtschule ist jetzt der Stadrat gefragt

Keine weitere Debatte im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur über den Standort der neuen Gesamtschule, sondern nur wenige Worte — und dann ein Eklat.

Aber der Reihe nach: Wilfried Hahn (SPD) lobte den Vermittlungsversuch seines Parteifreundes Bürgermeister Arno Nelles, der als Kompromiss zwischen Neubau (das favorisiert bislang die SPD) und Ertüchtigung der Realschule an der Tittelsstraße (das möchte die CDU) vorgeschlagen hatte, an der Krottstraße ein neues Gebäude für die Gesamtschule zu errichten, aber ohne Oberstufe.

Heftige Vorwürfe der FDP

Die könnte später im wenige Hundert Meter entfernten Euregio-Kolleg untergebracht werden. Hahn reklamierte für seine Fraktion noch weiteren Beratungsbedarf und sprach sich dafür aus, die Angelegenheit an den Stadtrat zu verweisen, der am 29. September entscheiden soll.

Hans-Josef Bülles (CDU) legte nochmals kurz die Sichtweise seiner Fraktion dar und plädierte ebenfalls dafür, die Zeit bis zur Ratssitzung dazu zu nutzen, sich mit der Standortfrage für die Gesamtschule intensiv zu beschäftigen.

Das rief FDP-Fraktionschef Hans Carduck auf den Plan. Der warf der großen Koalition aus SPD und CDU vor, seit Monaten eine Entscheidung über den Standort der neuen Gesamtschule immer wieder zu verschieben. Eigentlich hätte man auch schon im Januar entscheiden können. Wertvolle Zeit sei deshalb vergangen.

Dass jetzt auch noch der Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur dies fortsetze, sei ein Ding der Unmöglichkeit. Er hätte in dieser Sitzung eine Debatte und einen Beschluss als Signal an den Rat erwartet. „Das ist dem Haus und dieser Sache nicht würdig.“ Carduck warf der großen Koalition „Machtmissbrauch“ vor.

Einmal in Fahrt kritisierte der FDP-Sprecher auch die Berichterstattung über das Thema Gesamtschule. Er sprach von gegenüber der großen Koalition „willfährigen Presse“. Zudem habe ein Redakteur auch noch den unmöglichen Vorschlag gemacht, als Kompromiss von jeder Seite „ein bisschen zu nehmen“. Und zusammenzubringen, damit „sich alle wieder lieb haben können“.

„Unverschämtheit“

Sylvia Köhne (CDU) wies die Anwürfe an ihre Fraktion zurück. Die CDU suche ernsthaft nach einer tragfähigen Lösung, stellte sie fest. Ihr Fraktionskollege Bülles wurde deutlicher und sprach von einer Unverschämtheit seitens Carduck. Weiter wurde über die Gesamtschule dann nicht mehr gesprochen — und dazu auch kein Beschluss gefasst.