Herzogenrath: Zur Entwicklung der Sportlandschaft in Herzogenrath

Herzogenrath: Zur Entwicklung der Sportlandschaft in Herzogenrath

Rund 2,3 Millionen Euro kostet der komplette Sportsektor die Stadt Herzogenrath derzeit pro Jahr. Ausgewiesen ist dieser Zuschussbedarf im Haushaltssicherungskonzept, das für 2014 bis 2017 fortgeschrieben worden ist — und zwar bei der Auflistung der freiwilligen Leistungen.

Will heißen: Werden in diesem Bereich Ausgaben erhöht, müssen sie andernorts eingespart werden. Das sind die Sparauflagen, denen Herzogenrath wegen seines strukturellen Defizits — aktuelles Haushaltsloch über 8,5 Millionen Euro — unterliegt. Um 50.000 auf 13.500 Euro geschrumpft worden ist denn auch der Anteil an der Sportpauschale, den der Stadtsportverband bislang in Eigeninitiative auf Antrag für investive Maßnahmen an die Vereine weiterleiten konnte.

Der Rest des vom Land gewährten Sportzuschusses (insgesamt rund 130.000 Euro) wird nunmehr für den Unterhalt der städtischen Sportstätten gebraucht. Haben aber alle Vereine gleich gute Voraussetzungen für ihren Sport? Den Spielerschwund beim SuS Herzogenrath führen Experten etwa auf mangelnde Trainingsmöglichkeiten zurück. Zwar verfügt der Fuchsberg endlich über eine Flutlichtanlage.

Doch auf dem Rasen dürfen nur Spiele sowie Trainingseinheiten bis zur D-Jugend ausgetragen werden. Den Wunsch nach einem Kunstrasen hatte der Verein hintan gestellt, mit Blick auf einen Deal im Zuge der Vermarktung des Tennenplatzes an der Ruifer Straße. Doch außer der Erschließung dieser Fläche ist nichts mehr passiert — und den SuS-Senioren fehlt nun ein Trainingsplatz.

Ein vierköpfiges Gremium aus SuS- und SSV-Vertretern will das Augenmerk auf ein Projekt Hybrid-Rasen lenken und im politischen Raum Lobbyarbeit dafür leisten. Derweil könnte dem Kohlscheider BC ein ähnliches Schicksal dräuen, sollte der Sportplatz am Langenberg zwecks Baus der avisierten Markttangente im Zuge des gewünschten Zentrumsausbaus eines Tages wegfallen.

(bea)
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