Herzogenrath: Zum Sport gehört auch die Gemeinschaft

Herzogenrath: Zum Sport gehört auch die Gemeinschaft

Volles Haus in der Turnhalle des Schulzentrums an der Bardenberger Straße: Der Herzogenrather Turnverein richtet die Prellballmeisterschaften der offenen Seniorenliga Rheinland und Westfalen aus.

Dabei geht es für 14 Mannschaften in den Kategorien „30 Jahre”, „40 Jahre”, „50 Jahre” und „60 Jahre” gleichzeitig um die Qualifikation für die Westdeutsche Meisterschaft. „Prellball ist eine Mannschaftssportart und zählt zu den sogenannten Rückschlagspielen”, erklärt Manfred Hübinger. Das Laufspiel gehöre zum klassischen Angebot eines jeden Turnvereins.

„Es kommt auf Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit und Ballgefühl an. Man muss den Ball, der sehr hart ist, genau treffen”, erklärt Hübinger, der seit zehn Jahren Prellball spielt. Auf einem Spielfeld, das in der Mitte durch ein Netz in 40 Zentimeter Höhe geteilt ist, stehen sich zwei Mannschaften gegenüber. Ein Team besteht aus vier Spielern und zwei Auswechselspielern, die bei einer Spielunterbrechung beliebig oft ein- und ausgewechselt werden können. Bei Spielbeginn müssen mindestens drei Spieler antreten. Eine Ergänzung auf vier Spieler bis zum Ende ist erlaubt.

„Jede Mannschaft hat die Aufgabe, den Ball mit der Faust oder dem Unterarm so auf den Boden des Eigenfeldes zu prellen, dass er über das Netz ins Gegenfeld gelangt”, erläutert Hübinger weiter. Dabei ist jeder Spieler bemüht, den Ball so gekonnt zu spielen, dass die Annahme dem Gegner erschwert wird. Der Ball darf nach jedem Spielerkontakt nur einmal auf den Boden aufprellen und muss spätestens nach der dritten Berührung wieder über das Netz gelangen. Jeder Spieler darf den Ball nur einmal prellen. Weder der Ball noch die Spieler dürfen das Netz berühren.

Bei jedem Fehler der einen Mannschaft wird der anderen ein Gutpunkt angeschrieben. Angabe hat die Mannschaft, die den Fehler begangen hat. Mehrmaliges Berühren des Bodens durch den Ball ohne Spielerkontakt oder das Berühren des Netzes sowie der Ständer durch Spieler oder Ball gelten als Fehler. „Wir haben derzeit elf Prellballspieler im Herzogenrather Turnverein”, freut sich der Vorsitzende Joachim Hergesell, der selbst in der 40-er Mannschaft spielt. Prellball sei kein fernsehtauglicher Sport, sondern vielmehr ein Turnersport.

„Einmal in der Woche treffen wir uns freitagabends zum Training. Nach dem sportlichen Teil pflegen wir gerne die Gemeinschaft”, erzählt Hübinger. „Es war purer Zufall, dass ich auf die Sportart aufmerksam wurde. Ich kam mit einigen Prellballspielern ins Gespräch, packte bald darauf die Turnschuhe ein und schaute zunächst zu”, erzählt der 69-Jährige, wie sein Hobby begann. „Es macht einfach Spaß, gemeinsam Sport zu treiben, die Kameradschaft im Turnverein zu pflegen, und ganz nebenbei tun wir auch noch etwas für unsere Fitness und Gesundheit”, freut sich der 66-jährige Manfred Hübinger.

Die Wertung des Spieles erfolgt in Gutpunkten, gespielt wird nach Zeit. Die Spieldauer beträgt im Wettkampfbetrieb zweimal zehn Minuten. „Das Team mit den meisten Gutbällen hat gewonnen. Besonders viel Spaß macht es natürlich immer dann, wenn man selbst gewinnt”, schmunzelt Hübinger.