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Würselen: Zimmermann war „sympathische Authorität”

Würselen : Zimmermann war „sympathische Authorität”

An der Stätte seines jahrzehntelangen erfolgreichen Wirkens nahm der Direktor der VR-Bank e.V., Diether Zimmermann, nach einem erfüllten beruflichen Leben Abschied von Mitgliedern, Kunden und Geschäftsfreunden aus dem gesamten Einzugsgebiet.

„Sie haben Ihr Unternehmen stets in sicheres Fahrwasser geführt”, würdigte Karl-Heinz Moll, Vorstandsmitglied der Westdeutschen Genossenschafts-Zentralbank, die Verdienste Zimmermanns. In sechs Fusionen habe er das zusammengeführt, was zusammengehört habe. Er verlieh dem in den wohl verdienten Ruhestand Scheidenden daher die Ehrennadel in Gold des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes.

In den verflossenen Jahrzehnten habe Diether Zimmermann, der 44 Jahre bei der Volksbank Würselen (heute VR-Bank) tätig gewesen sei und davon 34 Jahre dem Vorstand angehört habe, stets Mut zum Risiko bewiesen, unterstrich der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gerhard Roderburg. Und: „Seine fachliche und soziale Kompetenz hat den loyalen, fairen und liebenswürdigen Direktor zu einer sympathischen Autorität gemacht.”

Stets habe er ein offenes Ohr für die Vereine gehabt, wobei er sich besonders für die Pflege des Brauchtums eingesetzt habe. So gehöre er seit 1971 der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft an, schon über 30 Jahre sei er dort für die Finanzen verantwortlich. „Behalte dir deinen Humor und bleibe weiterhin tolerant und offen den Menschen gegenüber eingestellt”, wünschte Roderburg dem Scheidenden für den neuen Lebensabschnitt mit seiner verehrten Gattin Doris viel Gesundheit.

Wandel-Nachfolger

Im Jahre 1970 war Zimmermann zum Nachfolger des legendären Wilhelm Wandel als Vorstandsmitglied bestellt worden. Welche rasante Entwicklung die Bank seit dieser Zeit genommen hat, dafür ließ Vorstandskollege P. Horst Call Zahlen sprechen: Damals zählte sie neben der Zentrale in Würselen zwei Geschäftsstellen und insgesamt 25 Mitarbeiter. Heute ist sie an 17 Standorten vertreten und beschäftigt 220 Mitarbeiter.

Betrug die Bilanzsumme 1970 gerade mal 22 Millionen Mark (also rund 11 Millionen Euro), beläuft sich das Volumen heute auf 630 Millionen Euro. Das Kundenbetreuungsvolumen hat sich während seiner Vorstandsarbeit von 15 Millionen auf über 1,1 Milliarden Euro erhöht. Geprägt war diese Entwicklung auch durch die von Diether Zimmermann maßgeblich mitgestalteten Fusionen: mit der Raiffeisenbank Broichweiden 1983, mit der Volksbank Kohlscheid 1988 sowie in den Jahren 1999 bis 2002 mit der Raiffeisenbank Baesweiler, der Raiffeisenbank Loverich-Floverich, der Raiffeisenbank Alsdorf und der Volksbank Herzogenrath.

Ein besonderer Glanzpunkt während seiner Tätigkeit als Vorstand sie, so Call, der Neubau der Zentrale gewesen. Call: „Sie haben nie die Folgen Ihres Handelns aus den Augen verloren und waren unseren Mitgliedern und Kunden ein unschätzbarer Ratgeber.” Für ihn war es keine Frage: „Diether Zimmermann hat die Entwicklung der VR-Bank zum modernen Kreditinstitut nachdrücklich gefördert und maßgeblich mitgestaltet.” Als den Architekten der VR-Bank ließ Vorstandskollege Helmut Knackstedt ihn hochleben. „Sie planten, verwirklichten, setzten Akzente, ja drückten diesem Gebilde Ihren Stempel auf.” Und weiter: „Sie errichteten ein kreditgenossenschaftliches Bollwerk gegen die privaten Großbanken und öffentlichen Sparkassen.”

Mit neuen Bauvorschriften werde er mit dem Kollegen Call an diesem Werk weiterbauen. Auch wenn die Zusammenarbeit als Vorstandskollegen nicht länger als 17 Monate gewährt habe, dürfe er sich persönlich für die Art des Miteinanders bedanken. In seinen Dank hatte Call auch Sekretärin Imgard Rolfes eingeschlossen, die mit Zimmermann Ende Januar nach über 40 Jahren beruflicher Tätigkeit bei der heutigen VR-Bank in Rente geht.

Als Sprecher der befreundeten Banken überbrachte Johannes Gastreich, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Eschweiler, dem aus dem Dienst scheidenden Kollegen Glück- und Segenswünsche. Für die Stadt Würselen schloss sich Bürgermeister Werner Breuer an. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Ensemble „Aachener Salonteufel”.