Alsdorf: Zerstörungswut im Märchenwald: Köpfe und Arme abgerissen

Alsdorf: Zerstörungswut im Märchenwald: Köpfe und Arme abgerissen

Die kopflos gewordenen Zwerge sind noch zu retten. Auch der Prinz soll sein stolzes Haupt möglichst bald wieder erheben. Selbst die abgerissenen Arme der Prinzessin haben sich gefunden: Sie lagen fortgeworfen in einem Gebüsch. Unbekannte hatten einige Figuren im kleinen Märchenwald am Alsdorfer Weiher regelrecht verstümmelt. Schon wieder.

Bereits vor der Eröffnung war der Brunnen mehrfach der Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Damit soll nun Schluss sein.

Das jedenfalls hofft Beatrix Schongen, die als Autorin des Märchens „Das Schwarze Gold der Berge” den Figurenpark auf den Weg gebracht hatte. Alsdorfer Kinder hatten die Figuren der Geschichte gemalt, die zu Vorlagen für große Aufsteller aus mit Folie beschichteten Alu-Dibond-Platten wurden.

Einfach respektlos

Das Material könnte den Figuren des Märchenwaldes nun zum Verhängnis geworden sein. Recht dünn sind die Platten nämlich, die auf der Rückseite bislang nur teilweise mit Stahlrohren verstärkt waren. Dennoch: „Wer hier ein Teil abreißt, muss schon mit großer Kraft und Gewalt zu Werke gehen”, sagt Schongen, die der erneute Schaden im Park hart getroffen hat.

Nicht bloß, weil es kein Geld mehr gibt, um neue Figuren zu gestalten. Die alten müssen daher so gut es geht repariert werden. Was sie vielmehr bedauert, „ist diese Respektlosigkeit. Da wird mutwillig zerstört, was andere mit viel Engagement aufgebaut haben.” Besonders bitter: Hier geht es um Kinder, deren Kreativität buchstäblich mit Füßen getreten wurde!

Da versteht auch Alsdorfs Erster Beigeordneter Ralf Kahlen überhaupt keinen Spaß. „Ich kann nicht verstehen, warum jemand solch liebenswerte Gestalten einfach so kaputt macht.” Um Den- oder Diejenigen zur Rede zu stellen, soll der Präsenzdienst des Ordnungsamtes künftig noch häufiger als bislang auch im Tierpark nach dem Rechten sehen.

Zwar befürchtet Kahlen, dass ein Beobachten der Täter „eher ein Zufallstreffer wäre”, doch sollte es dazu kommen, „werden wir alle Möglichkeiten des Strafrechtes voll auszuschöpfen versuchen. Für solch ein Verhalten kann es keine Entschuldigung geben.” Um Hinweise bittet er die Bevölkerung: „Wer etwas sieht, sollte sich an das Ordnungsamt wenden.” Mit Denunziantentum habe das nichts zu tun, „das ist ein klarer Fall von Zivilcourage”.

Auch nachts gibt es seit kurzem einen Sicherheitsdienst, der auf dem Gelände unterwegs ist. „Wir überlegen schon, wie wir das noch intensivieren können”, sagt Elke Graf, Marketingleiterin der Alsdorfer Freizeitobjekte-Gesellschaft (Foga).

Die Palette der Möglichkeiten sei nicht ausgeschöpft. „Wir sind noch weit entfernt davon, das ganze Gelände einzäunen zu wollen.”