Fester Bestandteil der Herzogenrather Kulturszene: Zeitenwende findet wieder an drei verschiedenen Orten statt

Fester Bestandteil der Herzogenrather Kulturszene : Zeitenwende findet wieder an drei verschiedenen Orten statt

Die Zeitenwende ist fester Bestandteil der Kulturszene in Herzogenrath. An nur einem Abend gibt es Musik und viel Comedy an gleich drei verschiedenen Orten.

Die Kulturnacht findet am 26. Oktober von 19 Uhr bis 0.30 Uhr statt. Das Programm startet um 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum am Klösterchen, Dahlemerstraße, und geht bis 20.30 Uhr. Auf der Burg Rode, Burgstraße 5, geht es rund von 20.45 Uhr bis 22.45 Uhr. Danach findet die Zeitenwende ihre Fortsetzung im Streiffelder Hof, Streiffelder Hof 14, von 23 Uhr bis 0.30 Uhr.

Masha Potempa macht im Soziokulturellen Zentrum am Klösterchen Musik-Poesie. Ihre warme Stimme singt und spricht von den Kleinigkeiten, in denen sich das Große widerspiegelt – von Leben, Liebe und Hühnerleitern. Mit allen niederrheinischen Wassern gewaschen, webt sie Texte aus Ironie und Melancholie.

Dabei lädt sie zu Reisen ein in die Nähe und die Ferne, durch die Jahreszeiten und durch Tag und Nacht. Sie ist auf den Spuren der Schwalben gereist, die es sowohl in die Fremde, als auch in die Heimat zieht, und hat aus vielen Orten Gedichte, Lieder und Erinnerungen mitgebracht. Ihre Lieder sind eine Einladung, die Nase in den Wind zu halten und tief einzuatmen, ein Spaziergang durch die Farbexplosion der Vergänglichkeit, ein Leuchtfeuer im durchwühlten Meer. Sie vermischt balkaneske Melodien mit lyrischen Texten und zeigt, dass Zerbrechlichkeit eine Stärke ist. Masha Potempa steht unter dem Regenbogen und dirigiert die Wolken, reißt den Himmel auf und zeigt alle seine Farben – die hellen und die düsteren.

Auf der Burg Rode beginnt Sebastian Coors mit seiner Salonmusikcomedy – so nennt er seinen charmanten Mix aus eigenen Liedern im Stil der Zwanziger mit witzigen Themen von heute. Der frischgebackene Preisträger des Rösrather Kabarettfestivals 2017 singt über durchgeknallte Facebookmütter, kulturfanatische Freundinnen und absurde Smartphone-Sucht. Immer balancierend zwischen bissigen Beobachtungen und mitreißenden Melodien. Norbert Lauter, der Mann am Klavier, hofft indessen auf seine große Chance.

Im Streiffelder Hof tritt Johann Theisen auf. Er ist Komiker, Zauberer und Musiker – und zwar einer von der ganz lustigen Sorte.
Die Ulknudel aus Stuttgart hat ihr Leben lang hart dafür gearbeitet, sich einen echten Tollpatsch nennen zu können, und das hat der „weiße Tyson“ (viele nennen ihn auch liebevoll „Käsestängel“) geschafft. Dafür musste er aber auch tief in die Trickkiste greifen und Kunststücke vollbringen, die teilweise bis heute seinen Namen tragen. Wie zum Beispiel der in der Unfallmedizin allseits bekannte „Theisen Salto“, bei dem sich der Athlet eigenhändig die Nase bricht.

Theisen zeigt auch, wie man sich mit Hilfe von handelsüblichem Spülmittel und einer herkömmlichen Spülmaschine seine eigene kleine, große Schaumparty zaubert, oder warum es sinnvoll ist, ein Hörbuch auf Zufallswiedergabe zu hören. Theisen erzählt, singt, rappt, zaubert und improvisiert sich durch den Abend und gibt dabei auf charmante Weise Einblicke in das Leben eines echten Hallodris. Er erklärt, warum er immer so blass ist, welches Problem er mit Zirkuspferden hat, wie es sich anfühlt, Witze zu erzählen, über die keiner lacht, und warum er immer wieder von Tierdokumentationen enttäuscht wird.

Die Besucher erwartet ein bunter und abwechslungsreicher Abend mit einem jungen aber dennoch mit ausgeprägten Geheimratsecken gesegneten Comedy-Talent.

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