Nordkreis: Zehn Häuser in Würselen wegen Sturmtief „Burglind“ evakuiert

Nordkreis : Zehn Häuser in Würselen wegen Sturmtief „Burglind“ evakuiert

Das Sturmtief „Burglind“ hat am Mittwoch im Nordkreis vor allem Alsdorf und Würselen getroffen. Verletzt wurde jedoch zum Glück niemand, wie die Polizei mitteilte.

Glück im Unglück hatten Anwohner der Marianne-Kahlen-Straße in Würselen, nachdem das Sturmtief im Neubaugebiet Kapellenfeldchen alten Pappelbaumbestand umstürzte. Gegen 5.20 Uhr donnerten einige Pappeln in eine Häuserzeile der Marianne-Kahlen-Straße, durchschlugen teilweise sogar Dächer. Glücklicherweise blieb es „nur“ bei einem erheblichen Sachschaden, teilt die Stadt Würselen mit.

Dennoch musste das Ordnungsamt im Verlaufe des Vormittags zehn Häuser evakuieren, da weitere Bäume umzustürzen drohten. 56 Menschen waren davon betroffen. Vorsorglich wurden im Laufe des Vormittags die Marianne-Kahlen-Straße und die dahinter liegende Johannes-Rau-Straße komplett gesperrt und die Anwohner insgesamt in diesem Wohngebiet um besondere Vorsicht gebeten.

Während dessen hatte das Ordnungsamt einen Baumexperten zu Rate gezogen. Der Baumexperte entfernte mit seinem Team, fünf Helfern des Technischen Hilfswerkes sowie sechs Mitarbeitern der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe Würselen, die bereits umgestürzten Bäume, aber auch vom weiterhin anhaltenden Sturm mit seinen Spitzen gefährdete weitere Pappeln. Sie wurden von vier Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Die Stadtverwaltung ging davon aus, dass zum Abend hin die Gefahr beseitigt wurde, so dass die Anwohner dann wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

In Würselen wurden 34 sturmbedingte Einsätze gezählt. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Um 4.58 Uhr ging der erste Notruf bei der Feuerwehr ein, wie Ralf Jüsgens, Pressesprecher der Feuerwehr auf Nachfrage mitteilte. Die Feuerwehr wurde unter anderem wegen umgestürzter Bäume und Ästen, die die Straße blockierten, alarmiert. Auf der Oppener Straße kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen, weil die Straße überflutet war. Außerdem musste im Gewerbegebiet „Aachener Kreuz“ ein weggewehtes Gartenhaus von der Fahrbahn entfernt und gesichert werden.

Lockere Dachziegel

Die Alsdorfer Feuerwehr zählte laut Pressesprecher Christoph Simon mehr als 30 Einsätze. Bis in den Vormittag hinein waren bis zu 73 Feuerwehrleute gefordert. Vornehmlich ging es um die Beseitigung von umgestürzten Bäumen und abgeknickten Laternen. Die Bundesstraße 57 musste zweimal vorübergehend vollgesperrt werden. Zum einen war ein Auto aus Richtung Baesweiler kommend von einem Baum getroffen worden. Die rechte vordere Seite des Fahrzeugs wurde laut Simon schwer beschädigt. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Zum anderen blockierte ein Baum die Bundesstraße am südlichen Stadtrand von Alsdorf.

Im weiteren Verlauf des Tages wurde die Alsdofer Wehr mehrfach alarmiert, um lockere Dachziegel und vom Einsturz gefährdete Kamine abzutragen, so zum Beispiel an der Pestalozzistraße. Hier halfen die Kollegen der freiwilligen Feuerwehr aus Baesweiler mit der Drehleiter aus, wie deren Leiter Dieter Kettenhofen. Nach seinen Angaben blieb Baesweiler von dem Sturmtief weitgehend verschont. Die Wehr musste nur ausrücken, weil ein Lkw eine Baumscheibe überfahren hatte und dabei den Baum zerstörte.

Auch in Herzogenrath kam es ab sechs Uhr zu mehreren Einsätzen. Lose Äste und umgestürzte Bäume sowie umgewehte Bauzäune mussten von einigen Straßen beseitigt werden. Zudem musste die Wehr Schäden an gebrochenen Strom- und Straßenbeleuchtungsmasten beheben. Insgesamt musste die Feuerwehr 25 mal ausrücken, wie Thomas Hendriks von der Herzogenrather Feuerwehr mitteilte.