Herzogenrath: Zauberhafte Stimmung beim Burgkonzert

Herzogenrath: Zauberhafte Stimmung beim Burgkonzert

Ein lauer Sommerabend, nicht ein einziger Stuhl mehr frei und auf der Bühne ein Orchester aus der Region: Auch das Gastspiel der Harmonie St. Philomena aus dem nahen Chèvremont bei der „Sommernacht auf der Burg“ in Herzogenrath zauberte Festivalstimmung in das Freigelände unterhalb von Burg Rode.

Musikfreunde von beiden Seiten der Grenze lauschten ein ums andere Mal gebannt den Darbietungen von Dirigent Ron Daelemans und seinen Mitstreitern, die sich für die „Sommernacht“ mit der belgischen Mezzosopranistin Lien Haegeman und ihrem Kollegen Geralt van Gemert verstärkt hatten. Dabei fiel es den Zuhörern leicht, die Zusammenstellung der Werke durch die Gäste und ihren künstlerische Interpretation der Stücke zu mögen, denn der musikalische Leiter und die Seinen pflegen einen sinfonisch breiten Gesamtklang, der durch seine Süffigkeit auch und gerade die Laien anspricht. Durch das Ohr direkt ins Herz: Nach „Pastime With Good Company“, einer Komposition des englischen Königs Heinrich VIII., die die Funktion einer Ouvertüre einnahm, entführten die Mitwirkenden in das „Land Of Legends“ und verwöhnten ihr Publikum mit einer sehr fülligen, mit warmen Tönen durchtränkten.

Temperament und innere Glut sprachen auch aus Lien Haegemans Interpretation der „Carmen“-Arie „L‘amour est un oiseau rebelle“. Nachdem das Orchester und sein Conferencier Huub Didderen ihre begeisterten Fans mit den „Global Variations“ in die Pause geschickt hatten, ließen sie in der zweiten Hälfte des Konzertes vor allem (aber nicht nur) die gepflegte Unterhaltungsmusik zu ihrem Recht kommen, unter anderem mit einem Glenn-Miller-Potpourri und beliebten Fernseh-Titelmelodien beim „TV-Kultabend“. Eiin stürmischer Schlussapplaus belohnte anschließend Orchestermitglieder, Solisten, Dirigent und Moderator für einen gelungenenn musikalischen Sommerabend auf durchweg hohem Niveau.

(ch)
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