Würselen: Würselens Krankenhaus maximal wichtig

Würselen : Würselens Krankenhaus maximal wichtig

Städteregionsrat Helmut Etschenberg hat die Lektüre unserer Tageszeitung am Mittwoch besondere Freude bereitet, wie er auf Nachfrage zum Thema mögliche Schließung der Geburtsklinik im Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) sagte.

Nicht etwa, weil er besonders lobend erwähnt worden wäre. Nein, es geht um die Formulierung „Haus der Maximalversorgung“ in unserem Beitrag über den Abbau von Geburtsstationen. So stuft die Bezirksregierung das Medizinische Zentrum Würselen ein.

Verbunden damit sind „Bauchschmerzen“ dieser Aufsichtsbehörde, sollte der Aufsichtsrat dieses Krankenhauses, dessen Stellvertretender Vorsitzender Etschenberg ist (die Gesellschafter Städteregion und Knappschaft-Bahn-See wechseln sich im Vorsitz ab), Ende März entscheiden, diese defizitäre Teileinrichtung aufgrund eines weiter zu erwartenden Rückgangs an Geburten zu schließen. Bis dahin soll die Geschäftsführung nochmals prüfen und nüchterne Zahlen und Argumente liefern — für welche Entscheidung auch immer.

Etschenberg freut es weiterhin, dass die Bezirksregierung es für vorstellbar hält, den MZ-Verantwortlichen einen Kompromissvorschlag zu unterbreiten, wie denn die Geburtshilfe am MZ erhalten werden könne. Vielleicht geht es um Zuschüsse? Die Rede ist gar davon, ansonsten von der Moderatorenrolle in die „Bestimmerrolle“ zu wechseln. Am Ende könnte das Gesundheitsministerium den Richter spielen.

Der Städteregionsrat findet das prima und hat am Morgen auch gleich nach der Zeitungslektüre mit MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar darüber lange telefoniert, wie er sagt. Natürlich hat er schon einen Termin bei der Bezirksregierung Köln ausgemacht. Denn dort, so seine Einschätzung, ist die Bereitschaft groß, am Erhalt der Geburtsklinik mitzuwirken. Etschenberg spricht von verschiedenen Modellen, die er in Köln vorstellen will.

Der Städteregionsrat sieht sich in der Einschätzung bestätigt, dass das MZ zur Versorgung der Bevölkerung deutlich über Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen hinaus auch etwa für Geilenkirchen von Bedeutung ist — was ja dem Begriff „Maximalversorgung“ für die Bevölkerung und den damit verbundenen Ausstattungsmerkmalen entspricht. „Das ist natürlich über die Frage des Bestands der Geburtshilfe am MZ hinaus für die weitere Entwicklung des Hauses von großer Bedeutung“, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Etschenberg sieht kein Problem darin, dass die Geburtsklinik am MZ der Einrichtung von OP-Sälen weichen müsste, sollten die Pläne von Geschäftsführer Bostelaar, auch die Lungenheilkunde und die Urologie von Bardenberg nach Marienhöhe zu verlegen, beschlossen und umgesetzt werden. „Dann finden wir für die Geburtshilfe dort eben einen anderen Platz.“ Es sei richtig und wichtig, die OP-Säle nahe dem Haupteingang und damit nahe der Notfallaufnahme anzusiedeln.

Und einmal so richtig in Schwung, legt Etschenberg nach: „Von der Kassenärztlichen Vereinigung wird der Standort Bardenberg für deren Notfallpraxis nicht mehr akzeptiert.“ Das könne er mit Blick auf die Verlagerung der Notfallmedizin des Krankenhauses nach Marienhöhe nachvollziehen. „Weil wir auf jeden Fall die Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte am MZ in Würselen erhalten wollen, werden wir dem Vorschlag gerecht werden.“ Auch hier werde im weitesten Sinne an den Eingangsbereich Marienhöhe gedacht. Das gelte es noch abzustimmen und zu beschließen.